Beamter oder Angestellter als Lehrer in Bayern? Gehalt, Pension und Kranken­versicherung im Vergleich

Florian Heuer
Autor: Florian Heuer
19. März 2026 · 13 Min. Lesezeit
Teilen
Beamter oder Angestellter als Lehrer in Bayern? Gehalt, Pension und Kranken­versicherung im Vergleich

Beamter oder Angestellter als Lehrer in Bayern? Gehalt, Pension und Kranken­versicherung im Vergleich

Bayern zahlt mit das höchste Lehrergehalt in Deutschland. Trotzdem macht es einen erheblichen Unterschied, ob man verbeamtet oder angestellt unterrichtet. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede bei Nettolohn, Jahressonderzahlung, Beihilfe und Pension konkret mit Zahlen für 2026.

Der wichtigste Unterschied auf einen Blick

In Bayern werden Lehrkräfte grundsätzlich verbeamtet, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Angestellte Lehrkräfte sind die Ausnahme: Quereinsteiger ohne zweites Staatsexamen, befristete Vertretungsstellen oder Personen, die das Höchstalter von 45 Jahren überschritten haben. Bayern liegt beim Lehrergehalt bundesweit an der Spitze, und das gilt für Beamte noch deutlicher als für Angestellte.

🏛️Beamter
RechtsgrundlageBayBesG
Gehalt heißtBesoldung
KrankenversicherungPKV + Beihilfe 50 %
RentenversicherungKeine Beiträge
AltersversorgungPension bis 71,75 %
Jahressonderzahlung100 % eines Monats
KündigungsschutzSehr hoch
Netto Einstieg A13ca. 3.650 Euro
📋Angestellter (TV-L)
RechtsgrundlageTV-L Bayern
Gehalt heißtEntgelt
KrankenversicherungGKV (Pflicht)
Rentenversicherungca. 477 Euro/Monat
AltersversorgungGRV + VBL-Rente
Jahressonderzahlungca. 35 % (TV-L By)
KündigungsschutzNormal (KSchG)
Netto Einstieg E13ca. 2.980 Euro

Hinweis: Nettowerte für Steuerklasse I, ledig, keine Kinder, keine Kirchensteuer. Beim Beamten ist ein PKV-Beitrag von ca. 350 Euro abgezogen. Die tatsächlichen Werte hängen von persönlichen Faktoren ab. Dieser Artikel dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung.

Gehaltsvergleich: Was kommt netto an?

Bayern gehört bundesweit zur Spitzengruppe bei der Lehrerbesoldung. Das Einstiegsgehalt in A13 liegt in Bayern höher als in fast allen anderen Bundesländern. Der Nettovorteil des Beamten entsteht durch den Wegfall von Rentenversicherung, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung sowie die günstigere PKV mit Beihilfe.

Monatliches Gehalt im Vergleich: Beamter A13 vs. Angestellter E13 in Bayern (Steuerklasse I, ledig)
Beamter (A13, Stufe 3 inkl. Jahressonderzahlung anteilig)
Brutto
5.248 Euro
Steuer + PKV
1.598 Euro
Netto
3.650 Euro
Angestellter (E13, Stufe 3)
Brutto
5.133 Euro
SV + Steuer
2.153 Euro
Netto
2.980 Euro
Monatlicher Nettovorteil Beamter: ca. +670 Euro  |  Im Jahr: ca. +8.040 Euro
Beamter
Angestellter
Abzüge
Tabelle scrollbar: nach rechts wischen für alle Spalten
PositionBeamter A13, Stufe 3Angestellter E13, Stufe 3
Bruttogehalt/Monat (inkl. JSZ anteilig)ca. 5.248 Euroca. 5.133 Euro
Lohnsteuerca. 1.248 Euroca. 1.010 Euro
Rentenversicherungentfälltca. 477 Euro
Arbeitslosenversicherungentfälltca. 67 Euro
Pflegeversicherungentfälltca. 123 Euro
Krankenversicherung GKVentfällt (PKV stattdessen)ca. 431 Euro
PKV-Beitrag Beamterca. 350 Euroentfällt
VBL-Zusatzrente Angestellterentfälltca. 45 Euro
Netto geschätztca. 3.650 Euroca. 2.980 Euro
Monatlicher Nettovorteil Beamterca. 670 Euro mehr netto

Bayern-Besonderheit Jahressonderzahlung: Bayerische Beamte erhalten jährlich im November eine Sonderzahlung in Höhe von 100 Prozent eines Monatsgehalts (für A13). Angestellte im TV-L Bayern erhalten dagegen nur ca. 35 Prozent. Das macht beim Beamten jährlich rund 5.248 Euro extra gegenüber ca. 1.797 Euro beim Angestellten. Dieser Unterschied ist in den monatlichen Nettowerten oben bereits anteilig eingerechnet.

Besoldung Beamter: A12 und A13 in Bayern

Bayern hat die höchste Lehrerbesoldung aller Bundesländer. Grundschul- und Mittelschullehrkräfte werden seit 2024 schrittweise von A12 auf A13 angehoben, bis 2028 vollständig. Alle anderen Lehramtskräfte starten bereits in A13. Aktuelle Werte (gültig ab Februar 2025, Stand 2026):

Tabelle scrollbar: nach rechts wischen für alle Spalten
Lehramt / SchulformBes.gruppeEinstieg (Stufe 1)Nach 6 Jahren (Stufe 4)Endstufe (Stufe 8)
Grundschule, Mittelschule (bis 2028)A 12 + Zulageca. 4.087 Euroca. 4.530 Euroca. 5.097 Euro
Grundschule, Mittelschule (ab 2028)A 13ca. 4.690 Euroca. 5.048 Euroca. 5.650 Euro
Realschule, FörderschuleA 13ca. 4.690 Euroca. 5.048 Euroca. 5.650 Euro
Gymnasium, Berufl. SchulenA 13 + Zulageca. 5.248 Euroca. 5.531 Euroca. 5.870 Euro

Bayern ist bundesweit Spitzenreiter bei der Lehrerbesoldung in A13. Das Einstiegsgehalt für Gymnasiallehrer liegt mit ca. 5.248 Euro gut 500 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Dazu kommen Familienzuschlag (je nach Ortsklasse unterschiedlich), vermögenswirksame Leistungen und die 100-prozentige Jahressonderzahlung.

Entgelt Angestellte: TV-L Bayern

Angestellte Lehrkräfte in Bayern werden nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) vergütet. Die Eingruppierung richtet sich nach Schulform und Qualifikation. Aktuelle Bruttogehälter (Stand 2026):

Tabelle scrollbar: nach rechts wischen für alle Spalten
Lehramt / SchulformEntgeltgruppeStufe 1Stufe 3Stufe 6 (Endstufe)
Grundschule (ohne vollst. Lehramtsabschluss)E 11ca. 4.080 Euroca. 4.340 Euroca. 5.130 Euro
Grundschule, Realschule (mit Lehramtsabschluss)E 13ca. 4.630 Euroca. 5.133 Euroca. 6.580 Euro
Gymnasium, Berufl. SchulenE 13ca. 4.630 Euroca. 5.133 Euroca. 6.580 Euro

Das höhere Bruttogehalt in E13 enthält die Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitnehmer trägt. Nach Abzug aller Beiträge liegt das Netto eines angestellten Gymnasiallehrers in E13 Stufe 3 bei rund 2.980 Euro, während sein verbeamteter Kollege in A13 auf ca. 3.650 Euro netto kommt. Dazu fällt die bayerische Jahressonderzahlung beim Angestellten mit nur ca. 35 Prozent deutlich geringer aus als die 100 Prozent des Beamten.

Krankenversicherung in Bayern

Bayern bietet kein Wahlrecht zwischen PKV und GKV wie etwa NRW. Beamte sind auf die individuelle Beihilfe und eine ergänzende private Krankenversicherung angewiesen. Angestellte sind GKV-pflichtig.

Beamter: PKV und Beihilfe

Der Freistaat übernimmt 50 Prozent der Krankenkosten als Beihilfe (70 Prozent bei 2 oder mehr Kindern). Den Rest sicherst du über eine PKV. Beitrag für Berufseinsteiger ca. 200 bis 350 Euro pro Monat, deutlich günstiger als GKV.

Angestellter: GKV-Pflicht

Angestellte Lehrkräfte sind sozialversicherungspflichtig und zahlen den vollen GKV-Beitrag von ca. 16,8 Prozent des Bruttos. Kein Beihilfeanspruch, kein PKV-Wahlrecht.

Kein GKV-Wahlrecht

Anders als NRW bietet Bayern keine pauschale Beihilfe mit GKV-Option. Wer als bayerischer Beamter privat nicht versicherbar ist, steht vor einer echten Herausforderung.

PKV früh abschließen

Je jünger und gesünder du beim Einstieg in die PKV bist, desto günstiger der Beitrag dauerhaft. Vor dem Referendariat lohnt sich die PKV-Anwartschaft, um spätere Wechselrechte zu sichern.

Pension oder Rente? Der größte langfristige Unterschied

Bayerische Beamte erhalten nach 40 Dienstjahren bis zu 71,75 Prozent ihrer letzten Besoldung als lebenslange Pension. Angesichts des hohen bayerischen Einstiegsgehalts ist der absolute Pensionsvorteil besonders groß.

Tabelle scrollbar: nach rechts wischen für alle Spalten
MerkmalBeamter Bayern (Pension)Angestellter Bayern (Rente)
Beiträge während BerufslebenKeine RentenversicherungCa. 477 Euro/Monat (RV)
ZusatzversorgungKeine nötigVBL-Rente (geringer Betrag)
Versorgung nach 40 Dienstjahren71,75 % der EndbesoldungGRV-Rente ca. 55 % des Netto
Beispiel Pension/Rente A13/E13 Endstufeca. 4.200 Euro brutto/Monatca. 2.100 Euro brutto/Monat
Witwen- und Waisenversorgung55 % der PensionGRV-Hinterbliebenenrente
Lebenszeitvorteil Beamter (Schätzung 20 J.)ca. 500.000 Euro

Rechenbeispiel Bayern: Ein verbeamteter Gymnasiallehrer in A13 erhält nach 40 Dienstjahren eine Pension von ca. 4.200 Euro brutto pro Monat. Ein angestellter Kollege kommt mit gesetzlicher Rente und VBL auf ca. 2.100 Euro. Der Unterschied über 20 Rentenjahre beläuft sich auf rund 500.000 Euro. Hinzu kommt: Die Pension wird bei jeder Besoldungserhöhung automatisch angepasst und ist damit inflationsgesichert.

Wann wird man in Bayern als Lehrer angestellt statt verbeamtet?

In Bayern ist die Verbeamtung der Regelfall für alle vollständig ausgebildeten Lehrkräfte. Angestellt wird, wer eine dieser Bedingungen nicht erfüllt:

Höchstalter überschritten

In Bayern darf man bei Einstellung grundsätzlich nicht älter als 45 Jahre alt sein. Für Schwerbehinderte gilt eine Ausnahmeregelung.

Kein zweites Staatsexamen

Quereinsteiger ohne vollständiges Referendariat werden als Tarifbeschäftigte eingestellt, weil die Laufbahnbefähigung fehlt.

Gesundheit

Wer die amtsärztliche Untersuchung nicht besteht, kann nicht verbeamtet werden und wird ggf. im Angestelltenverhältnis beschäftigt.

Befristete Stelle

Vertretungsstellen werden oft befristet als Angestelltenverhältnis besetzt, auch wenn die Person grundsätzlich verbeamtungsfähig wäre.

Die richtige Absicherung als verbeamteter Lehrer in Bayern

Mit der Verbeamtung entfällt der GKV-Schutz. Wer frühzeitig plant, spart dauerhaft Geld und schließt keine Lücken.

🏥Private Kranken­versicherung
Als bayerischer Beamter hast du Beihilfeanspruch von 50 Prozent. Den Rest deckst du über eine PKV. Für gesunde Berufseinsteiger ist das günstiger als die GKV und bietet oft bessere Leistungen. Je früher du einsteigst, desto niedriger bleibt der Beitrag dauerhaft.
🛡️DU-Versicherung
Im Referendariat und in der Probezeit hast du noch keinen vollen Pensionsanspruch. Bei Dienstunfähigkeit kann das Beamtenverhältnis ohne Versorgung enden. Die DU-Versicherung zahlt eine monatliche Rente unabhängig von der Dienstzeit. Achte auf eine vollständige Beamtenklausel.
⚖️Diensthaft­pflicht
Als Lehrkraft haftest du persönlich für Schäden im Schulalltag. Ob Sportunfall oder beschädigtes Gerät: Die Diensthaftpflicht schützt dich vor unerwarteten Kosten vom ersten Schultag an.

Fazit: Beamter oder Angestellter als Lehrer in Bayern?

Bayern bietet das bundesweit höchste Lehrergehalt, und der Vorteil des Beamtenstatus ist hier besonders ausgeprägt. Der monatliche Nettovorteil von rund 670 Euro, die 100-prozentige Jahressonderzahlung statt 35 Prozent im TV-L und der enorme Pensionsvorteil machen das Beamtenverhältnis zur klar besseren Wahl. In Bayern ist die Anstellung kein freiwilliger Verzicht, sondern ergibt sich fast immer aus rechtlichen Einschränkungen.

Wer verbeamtet wird, sollte die drei wichtigsten Absicherungen von Anfang an regeln: PKV, DU-Versicherung und Diensthaftpflicht. Je früher, desto günstiger.

  • Verbeamtung anstreben, solange die Voraussetzungen erfüllt sind
  • PKV-Anwartschaft vor dem Referendariat prüfen
  • DU-Versicherung mit Beamtenklausel frühzeitig abschließen
  • Diensthaftpflicht vor dem ersten Unterrichtstag abschließen
  • Jahressonderzahlung (100 % in Bayern) bei der Haushaltsplanung berücksichtigen

Alle Infos zu Besoldung, Referendariat und Absicherung als Lehrer in Bayern.

Lehrer in Bayern

Das sagen unsere Kunden

Echte Bewertungen von Beamten, die wir beraten durften.

5,0
Basierend auf 20 Google-Bewertungen

Lass deine Absicherung als Beamter prüfen

Kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch – abgestimmt auf deine persönliche Situation vor und im Beamtenverhältnis.

Absicherung als Beamter prüfen