Polizist in Bayern

Deine Absicherung im aktiven Dienst

Als Polizist bist du in der Regel heilfürsorgeberechtigt und profitierst später von einer Pension. Gleichzeitig wirken sich Teilzeit, Laufbahn und gesundheitliche Risiken direkt auf deine Versorgung aus.

Gehalt & Besoldung realistisch einschätzen

Heilfürsorge verstehen und ergänzen

Dienstunfähigkeit absichern

Pension und Versorgungslücke berechnen

Bayern Wappen
Bayern Polizei

Im aktiven Dienst

Mit dem Einzeldienst endet die Heilfürsorge. Ab jetzt gilt für dich die Beihilfe – und deine Pension entscheidet sich in jedem einzelnen Dienstjahr.

Was jetzt zählt

Vier Themen entscheiden über deine Absicherung

Als Polizeivollzugsbeamter in Bayern hast du eine besondere Altersgrenze, einen eigenen Maßstab für Dienstunfähigkeit und ein Versorgungssystem, das jedes Dienstjahr einzeln bewertet. Wer das kennt, kann steuern.

Heilfürsorge oder Beihilfe – was gilt für dich?

In Bayern ist die freie Heilfürsorge an die Ausbildung und an die Einsatzstufe geknüpft. Sobald du in den Einzeldienst versetzt wirst, endet sie – ab diesem Moment bist du beihilfeberechtigt und brauchst eine private Restkostenversicherung.

Wer nach der Ausbildung zunächst in eine Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei geht, behält die Heilfürsorge bis zum Wechsel in den Einzeldienst. Der Systemwechsel verschiebt sich dann nur – er entfällt nicht.

01

Beihilfe und private Krankenversicherung

Der Dienstherr erstattet dir nur einen Prozentsatz deiner Krankheitskosten – als aktiver Bediensteter in der Regel 50 Prozent. Den Rest trägst du über eine beihilfekonforme Restkostenversicherung. Kommt ein zweites Kind dazu, steigt dein Satz auf 70 Prozent, und dein PKV-Beitrag sinkt entsprechend. Genau solche Wechsel werden oft zu spät gemeldet.

Beihilfesatz an Familienstand und Kinderzahl gekoppelt
Im Ruhestand steigt der Satz auf 70 Prozent
Kinder sind mit 80 Prozent beihilfefähig
Tarif regelmäßig auf Status und Bedarf prüfen

Zur privaten Krankenversicherung

02

Polizeidienstunfähigkeit

Für Polizeivollzugsbeamte gilt ein strengerer Maßstab als für andere Beamte: Wer den besonderen gesundheitlichen Anforderungen des Vollzugsdienstes nicht mehr genügt und die volle Verwendungsfähigkeit voraussichtlich nicht binnen zwei Jahren wiedererlangt, gilt als polizeidienstunfähig – auch dann, wenn er andere Tätigkeiten problemlos ausüben könnte.

Entscheidend ist dein Status. Als Beamter auf Probe wirst du bei Dienstunfähigkeit infolge eines Dienstunfalls in den Ruhestand versetzt; aus anderen Gründen kann das geschehen – ein Anspruch besteht nicht. Und ein Ruhegehalt gibt es überhaupt erst nach fünf Jahren Dienstzeit, es sei denn, die Dienstunfähigkeit beruht auf einer Dienstbeschädigung.

Echte Dienstunfähigkeitsklausel ist Pflicht
Dazu die Regelung zur Polizeidienstunfähigkeit
In der Probezeit ist die Lücke am größten
Auch danach bleibt ein Abschlag von bis zu 10,8 Prozent

Zur Dienstunfähigkeit

03

Pension und Versorgungslücke

Dein Ruhegehalt wächst mit 1,79375 Prozentpunkten pro vollem Dienstjahr. Den Höchstsatz von 71,75 Prozent erreichst du erst nach 40 ruhegehaltfähigen Dienstjahren – bei einer besonderen Altersgrenze von 62 Jahren schaffen das längst nicht alle. Jede Teilzeitphase zählt zudem nur anteilig.

1,79375 Prozentpunkte je vollem Dienstjahr
Höchstsatz 71,75 Prozent nach 40 Jahren
Teilzeit senkt die Dienstzeit anteilig
Die Pension ist steuerpflichtig

Zur Altersvorsorge

04

Diensthaftpflicht

Verursachst du im Dienst einen Schaden, haftet zunächst der Dienstherr – er kann dich im Rahmen der Amtshaftung aber in Regress nehmen. Einsatzfahrten, Dienstwaffe, Gewahrsamnahmen, sichergestellte Gegenstände: Im Vollzugsdienst ist die Bandbreite möglicher Schäden größer als in fast jeder anderen Laufbahn.

Greift dort, wo die Privathaftpflicht endet
Wichtig: Einschluss von Tätigkeiten im Amt
Auch Schlüssel- und Sachschäden mitdenken
Geringe Beiträge, hohe Deckungssummen

Zur Diensthaftpflicht

Rechenbeispiel mit echten Bayern-Werten

Wie groß deine Versorgungslücke wird

Dein Ruhegehalt berechnet sich aus deinen ruhegehaltfähigen Bezügen und deiner ruhegehaltfähigen Dienstzeit – mit 1,79375 Prozentpunkten pro vollem Dienstjahr. Angesetzt sind jeweils das Grundgehalt der Endstufe, die Strukturzulage von 111,85 € und die Polizeizulage von 186,27 € – alle drei sind ruhegehaltfähig.

Deine Besoldungsgruppe am Ende der Laufbahn

Ruhegehaltfähige Dienstjahre: 35

20 Jahre40 Jahre = Höchstsatz

Ruhegehaltfähige Bezüge

4.406 €

Dein Ruhegehaltssatz

62,78 %

Ruhegehalt brutto im Monat

2.766 €

Monatliche Versorgungslücke

1.640 €

Diese Differenz zu deinen letzten Bezügen trägst du selbst

Alle Werte sind in heutigem Geld gerechnet. Sie sind nicht inflationsbereinigt und nicht auf dein Pensionsjahr hochgerechnet. Was 2.766 € in zwanzig oder dreißig Jahren real wert sind, ist eine eigene Rechnung – und für die meisten die entscheidende.

Warum 40 Jahre schwer zu erreichen sind: Für Polizeivollzugsbeamte endet der Dienst regulär mit Ablauf des Monats, in dem du das 62. Lebensjahr vollendest. Wer mit 21 eintritt, kommt rechnerisch auf gut 41 Jahre – jede Teilzeitphase, Elternzeit oder Beurlaubung ohne Bezüge zieht davon ab.

Deine echten Zahlen hängen an Stufe, Ortsklasse und Familienstand. Wir rechnen das mit deinen Werten durch – kostenlos und unverbindlich.

Versorgungslücke berechnen lassen

Grundgehälter der jeweiligen Endstufe nach der dbb-Besoldungstabelle Bayern, Stand 1. Februar 2025 – wie in unserer Besoldungstabelle Bayern für Polizisten. Eine Erhöhung um 2,82 % zum 1. Oktober 2026 ist beschlossen, steht aber unter Vorbehalt des Landtagsbeschlusses. Nicht enthalten sind der Familienzuschlag bis Stufe 1, Versorgungsabschläge, Zurechnungszeiten und Zuschläge für Kindererziehung und Pflege. Alle Werte sind Bruttobeträge vor Steuern und vor deinem PKV-Beitrag und in heutiger Kaufkraft angegeben – eine Inflationsbereinigung oder Hochrechnung auf dein Pensionsjahr ist nicht enthalten. Ersetzt keine individuelle Berechnung.

Der Abschlag, den viele übersehen

Wer vor der Altersgrenze in den Ruhestand geht – auf eigenen Antrag ab 60 oder wegen Dienstunfähigkeit –, verliert 3,6 Prozent des Ruhegehalts pro vollem Jahr, höchstens 10,8 Prozent. Der Abschlag wird vom Ruhegehalt abgezogen, nicht vom Ruhegehaltssatz, und bleibt dauerhaft bestehen – auch nachdem du die reguläre Altersgrenze erreicht hättest. Selbst die Hinterbliebenenversorgung berechnet sich später aus dem gekürzten Betrag.

Die Ausnahme, die es nur im Vollzugsdienst gibt: Beim Antragsruhestand ab 60 entfällt der Abschlag, wenn du 20 ruhegehaltfähige Dienstjahre im Schichtdienst zurückgelegt hast – seit 2017 gemessen an mindestens 450 abgerechneten Stunden Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdienst pro Kalenderjahr oder an vergleichbar belastenden unregelmäßigen Diensten. Wer knapp darunter liegt, sollte das früh im Blick haben.

Kostenlose Auswertung

Was ist deine Pension in heutigem Geld wert?

Die Zahlen oben zeigen deine Versorgung in heutiger Kaufkraft. Bis zu deinem Ruhestand liegen aber noch Jahrzehnte. Im Gehaltsrechner gibst du deine echten Werte ein – Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe, Dienstjahre und Ortsklasse. Die Auswertung, was davon real übrig bleibt, bekommst du per E-Mail.

Zum Gehaltsrechner

Kostenlos · keine Verpflichtung · Auswertung per E-Mail

Deine Laufbahn

Wann welches Thema wichtig wird

Nicht alles ist gleichzeitig dringend. Diese sechs Punkte markieren die Stellen, an denen sich deine Absicherung spürbar verändert.

1

Beamter auf Probe

Die kritischste Phase

In der Probezeit besteht bei Dienstunfähigkeit kein Anspruch auf Ruhestandsversetzung – außer nach einem Dienstunfall. Hier ist die Lücke am größten.

2

Nach 1 und 2 Dienstjahren

Polizeizulage kommt dazu

Nach einem Jahr 93,11 €, nach zwei Jahren 186,27 € monatlich – und sie zählt später in voller Höhe in deiner Pension mit.

3

Nach 5 Dienstjahren

Wartezeit erfüllt

Erst ab fünf Jahren Dienstzeit entsteht überhaupt ein Anspruch auf Ruhegehalt. Davor greift nur die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

4

Familiengründung

Beihilfesatz und Ortsklasse prüfen

Ab dem zweiten Kind steigt dein Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent. Gleichzeitig ändert sich dein Familienzuschlag – und der hängt in Bayern an deiner Ortsklasse.

5

Ab 60

Antragsruhestand möglich

Du kannst auf Antrag in den Ruhestand gehen. Ob ein Abschlag anfällt, hängt an deinen Schichtdienstjahren – das solltest du vorher prüfen lassen.

6

Mit 62

Besondere Altersgrenze

Polizeivollzugsbeamte treten mit Ablauf des Monats in den Ruhestand, in dem sie das 62. Lebensjahr vollenden. Für ältere Jahrgänge gelten Übergangsregelungen.

Details zur Versorgung

Was in deine Pension einfließt – und was nicht

Das bayerische Versorgungsrecht bewertet nicht dein Gehalt, sondern deine ruhegehaltfähigen Bezüge und deine ruhegehaltfähige Dienstzeit. Der Unterschied ist erheblich.

Die Polizeizulage zählt voll mit

Die Polizeizulage nach Art. 34 BayBesG beträgt nach einem Dienstjahr 93,11 € und nach zwei Dienstjahren 186,27 € monatlich. Sie gehört zu den Zulagen für besondere Berufsgruppen – und die zählen wie das Grundgehalt zu den ruhegehaltfähigen Bezügen.

Der Clou: Auf die Zweijahresfrist, die bei Beförderungsämtern gilt, kommt es hier nicht an. Dazu kommt die Strukturzulage von 111,85 € für A 9 bis A 13 – ebenfalls ruhegehaltfähig. Zusammen sind das rund 298 €, die dauerhaft in deine Pensionsberechnung einfließen.

Nicht ruhegehaltfähig sind dagegen die Erschwerniszulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienst. Sie erhöhen dein laufendes Einkommen, nicht aber deine Versorgung – genau deshalb fällt der Einkommensbruch beim Wechsel in den Ruhestand oft größer aus als erwartet. Alle Zulagen im Überblick →

Welche Bezüge zählen sonst noch?

Ruhegehaltfähig sind das Grundgehalt, die Strukturzulage, Amtszulagen, die Zulagen für besondere Berufsgruppen sowie der Familienzuschlag bis zur Stufe 1.

In Bayern hängt der Familienzuschlag an der Ortsklasse deines Wohnorts. Der Ehezuschlag reicht von 85,11 € in Ortsklasse I bis 165,59 € in Ortsklasse VII – ein Unterschied von rund 80 € im Monat, der über den Familienzuschlag der Stufe 1 bis in die Pension durchschlägt. Ein Umzug über Ortsklassengrenzen hinweg ist damit auch eine Versorgungsentscheidung.

Was passiert bei Teilzeit?

Zeiten einer Teilzeitbeschäftigung sind nur zu dem Teil ruhegehaltfähig, der dem Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Arbeitszeit entspricht. Ein Jahr mit 16 von 40 Wochenstunden zählt also nur mit rund 146 Tagen.

Die Höhe der Bezüge bleibt davon unberührt: Für die Berechnung werden die vollen, ungekürzten Bezüge zugrunde gelegt. Teilzeit wirkt ausschließlich über die Dienstzeit – dafür aber dauerhaft.

Was gilt bei einer Beförderung kurz vor Schluss?

Standen dir die Bezüge aus einem Beförderungsamt nicht mindestens zwei Jahre lang zu, sind nur die Bezüge des vorherigen Amtes ruhegehaltfähig. Die Frist beginnt mit dem Tag, ab dem der Anspruch auf die höheren Bezüge bestand.

Eine Beförderung im letzten Dienstjahr erhöht dein Gehalt also noch, deine Pension aber nicht mehr.

Was ist bei einem Dienstunfall anders?

Wirst du infolge eines Dienstunfalls dienstunfähig, erhältst du ein Unfallruhegehalt. Der errechnete Ruhegehaltssatz erhöht sich um 20 Prozentpunkte, beträgt mindestens 63,78 Prozent und höchstens 71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge.

Ein Versorgungsabschlag fällt in diesem Fall nicht an. Bei einer Diensthandlung mit besonderer Lebensgefahr und einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 50 Prozent kommt zusätzlich das erhöhte Unfallruhegehalt in Betracht.

Gibt es eine Untergrenze?

Ja. Das Ruhegehalt beträgt mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge oder, falls günstiger, 66,5 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe A 3.

Diese Mindestversorgung fängt den Extremfall ab – als Ersatz für dein gewohntes Einkommen taugt sie nicht. Sie kann durch Anrechnungs- und Kürzungsregelungen sogar unterschritten werden.

Wie wird die Pension besteuert?

Versorgungsbezüge sind steuerpflichtig. Berücksichtigt werden ein Versorgungsfreibetrag und ein Zuschlag dazu, deren Höhe sich nach dem Jahr des Versorgungsbeginns richtet.

Beide werden für jeden neu hinzukommenden Jahrgang abgeschmolzen und entfallen ab 2040 vollständig. Wer heute im Dienst ist, sollte mit einer nahezu vollständigen Besteuerung rechnen.

Besoldungswerte nach der dbb-Besoldungstabelle Bayern, Stand 1. Februar 2025. Versorgungsrecht nach BayBeamtVG und der Broschüre „Grundzüge der Beamtenversorgung in Bayern“, Rechtsstand Januar 2020. Prozentsätze und Systematik sind unverändert; Eurobeträge ändern sich mit jeder Besoldungsrunde.

Beihilfe in Bayern

Wie viel dein Dienstherr übernimmt

Der Bemessungssatz hängt an deiner Lebenssituation und ändert sich im Lauf deiner Laufbahn. Jede Änderung wirkt sich unmittelbar auf deinen PKV-Beitrag aus.

Aktive Bedienstete50 %
Aktive Bedienstete mit mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern70 %
Beamtinnen und Beamte in Elternzeit70 %
Berücksichtigungsfähige Ehegatten und Lebenspartner70 %
Ruhestandsbeamtinnen und -beamte70 %
Berücksichtigungsfähige Kinder80 %

Drei Stellen, an denen Geld liegen bleibt

Der Sprung auf 70 Prozent. Ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind halbiert sich dein Eigenanteil nahezu. Der PKV-Tarif muss dafür aktiv umgestellt werden.

Der Ehegatte. Ein Ehepartner ist mit 70 Prozent berücksichtigungsfähig, solange sein Gesamtbetrag der Einkünfte unter der maßgeblichen Grenze bleibt. Wird sie überschritten, entfällt der Anspruch – und die Restkostenversicherung reicht plötzlich nicht mehr.

Die Antragsfrist. Beihilfe wird nur gewährt, wenn sie innerhalb von drei Jahren nach Entstehen der Aufwendungen oder der Rechnungsstellung beantragt wird. Wer Belege sammelt und liegen lässt, verliert sie irgendwann ersatzlos.

Bemessungssätze nach der Broschüre „Das bayerische Beihilferecht“ des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat. Rechtsgrundlagen sind Art. 96 BayBG und die Bayerische Beihilfeverordnung.

Häufige Fragen

Polizist in Bayern – kurz beantwortet

Habe ich als Polizist in Bayern Heilfürsorge oder Beihilfe?

Die freie Heilfürsorge gilt in Bayern während der Ausbildung beziehungsweise des Studiums und während der Einsatzstufe. Sobald du in den Einzeldienst versetzt wirst, endet sie und du bist beihilfeberechtigt. Ab diesem Zeitpunkt brauchst du eine beihilfekonforme private Restkostenversicherung.

Wann kann ich als Polizeivollzugsbeamter in Bayern in den Ruhestand gehen?

Für Polizeivollzugsbeamte auf Lebenszeit gilt als besondere Altersgrenze das Ende des Monats, in dem sie das 62. Lebensjahr vollenden. Auf Antrag ist eine Versetzung in den Ruhestand bereits ab Vollendung des 60. Lebensjahres möglich. Für Jahrgänge zwischen 1952 und 1963 gelten Übergangsregelungen.

Wie hoch ist meine Pension als Polizist in Bayern?

Das Ruhegehalt beträgt 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge pro vollem Dienstjahr. Der Höchstsatz von 71,75 Prozent wird nach 40 ruhegehaltfähigen Dienstjahren erreicht. Bei 35 Dienstjahren ergibt das rund 62,78 Prozent deiner ruhegehaltfähigen Bezüge.

Ist die Polizeizulage ruhegehaltfähig?

Ja. Die Polizeizulage nach Art. 34 BayBesG gehört zu den Zulagen für besondere Berufsgruppen und zählt wie das Grundgehalt zu den ruhegehaltfähigen Bezügen. Die sonst geltende Zweijahresfrist für Beförderungsämter gilt hier nicht. Sie beträgt nach einem Dienstjahr 93,11 Euro und nach zwei Dienstjahren 186,27 Euro monatlich.

Wie hoch ist der Versorgungsabschlag bei vorzeitigem Ruhestand?

Der Versorgungsabschlag beträgt 3,6 Prozent für jedes volle Jahr der vorzeitigen Ruhestandsversetzung, höchstens jedoch 10,8 Prozent. Er wird vom Ruhegehalt abgezogen und bleibt dauerhaft bestehen. Beim Antragsruhestand ab 60 entfällt er, wenn 20 ruhegehaltfähige Dienstjahre im Schichtdienst zurückgelegt wurden.

Was passiert bei Polizeidienstunfähigkeit?

Polizeivollzugsbeamte gelten bereits dann als dienstunfähig, wenn sie den besonderen gesundheitlichen Anforderungen des Vollzugsdienstes nicht mehr genügen und die volle Verwendungsfähigkeit voraussichtlich nicht binnen zwei Jahren wiedererlangen. Als Beamter auf Probe besteht ein Anspruch auf Ruhestandsversetzung nur nach einem Dienstunfall; ein Ruhegehalt setzt zudem grundsätzlich fünf Jahre Dienstzeit voraus.

Wie wirkt sich Teilzeit auf meine Pension aus?

Zeiten einer Teilzeitbeschäftigung sind nur zu dem Teil ruhegehaltfähig, der dem Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Arbeitszeit entspricht. Ein Jahr mit 16 von 40 Wochenstunden zählt also nur mit rund 146 Tagen. Die Höhe der Bezüge bleibt unberührt, da die vollen Bezüge zugrunde gelegt werden.

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Quellen und Rechtsstand

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat – Grundzüge der Beamtenversorgung in Bayern ↗ (Ruhegehaltssatz, Versorgungsabschlag, ruhegehaltfähige Bezüge, Mindestversorgung, Unfallruhegehalt), Rechtsstand Januar 2020

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat – Das bayerische Beihilferecht ↗ (Bemessungssätze, Antragsfrist), Rechtsstand September 2023

dbb-Besoldungstabelle Bayern, Stand 1. Februar 2025 – aufbereitet in unserer Besoldungstabelle Bayern für Polizisten

Bayerisches Beamtengesetz – Art. 96 (Beihilfe), Art. 128 (Polizeidienstunfähigkeit), Art. 129 (besondere Altersgrenze), Art. 143 (Übergangsregelungen)

Bayerisches Beamtenversorgungsgesetz – Art. 12 (ruhegehaltfähige Bezüge), Art. 24 (Teilzeit), Art. 26 (Ruhegehaltssatz, Abschlag, Mindestversorgung), Art. 53 (Unfallruhegehalt); Bayerisches Besoldungsgesetz – Art. 33 (Strukturzulage), Art. 34 (Polizeizulage)

Beamtenstatusgesetz – § 26 (Dienstunfähigkeit), § 28 (Beamte auf Probe)

Stand dieser Seite: Juli 2026. Besoldungs- und Versorgungsrecht ändern sich laufend; maßgeblich sind stets die aktuellen amtlichen Fassungen und die Festsetzung durch das Landesamt für Finanzen. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

Polizei in Bayern

Besondere Herausforderungen und Vorteile für Polizei im öffentlichen Dienst

Beamter auf Lebenszeit in Bayern

Nach erfolgreicher Probezeit erfolgt in der Regel die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit. Damit besteht ein dauerhaftes öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis mit besonderem Kündigungsschutz, aber auch erhöhten Dienstpflichten.

Beihilfe im aktiven Dienst

In Bayern erhalten Polizeivollzugsbeamte Beihilfe zu ihren Krankheitskosten. Der Dienstherr übernimmt einen prozentualen Anteil, der verbleibende Teil muss eigenständig abgesichert werden.

Besoldung, Erfahrungsstufen & Zulagen

Die Besoldung richtet sich nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Zusätzlich können Schicht-, Nacht-, Erschwernis- oder Funktionszulagen das Einkommen erhöhen.

Dienstunfähigkeit & Versorgungslücke

Der Polizeiberuf ist körperlich und psychisch anspruchsvoll. Bei dauerhafter Dienstunfähigkeit hängt die Versorgung stark von Dienstzeit und Status ab, insbesondere in den ersten Jahren kann eine deutliche Einkommenslücke entstehen.

Beförderung & Spezialisierungsmöglichkeiten

Mit zunehmender Dienstzeit eröffnen sich Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Besoldungsgruppen oder Spezialisierungen wie Kriminaldienst, Spezialeinheiten oder Führungsfunktionen. Beförderungen erfolgen leistungs- und bedarfsabhängig.

Pension & Beihilfe im Ruhestand

Nach Erreichen der Altersgrenze besteht Anspruch auf beamtenrechtliche Versorgung (Pension). Die Krankenabsicherung erfolgt weiterhin über Beihilfe, wodurch sich Kostenstruktur und Eigenanteile verändern können.

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