Die Öffnungsaktion der PKV (auch Öffnungsklausel genannt) bringt Beamte mit Vorerkrankungen in die private Krankenversicherung: keine Ablehnung aus Risikogründen, keine Leistungsausschlüsse, und ein Risikozuschlag, der – soweit überhaupt nötig – höchstens 30 Prozent des tariflichen Beitrags beträgt. Die Bedingung: Dein Antrag muss innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses beim Versicherer eingehen.
Stand: Oktober 2026 · geprüft gegen die PKV-Verbandsbroschüre (Stand Januar 2026)Die Öffnungsaktion auf einen Blick
6 Monate
Antragsfrist
Ab Beginn des Beamtenverhältnisses. Es zählt der Antragseingang.
max. 30 %
Risikozuschlag
Auf den tariflichen Beitrag, und nur soweit erforderlich.
0
Leistungsausschlüsse
Auch Erkrankungen vor Vertragsbeginn sind mitversichert.
Keine
Ablehnung
Aus Risikogründen wird kein Antragsteller abgelehnt.
Was ist die Öffnungsaktion der PKV?
Die Öffnungsaktion ist eine Selbstverpflichtung der teilnehmenden privaten Krankenversicherer, kein Gesetz. Sie soll Beamten und ihren Angehörigen den erstmaligen Zugang zur PKV erleichtern, besonders bei Vorerkrankungen. Der Hintergrund: Bei einem normalen Antrag prüft der Versicherer deine Gesundheit. Das kann hohe Risikozuschläge bedeuten oder den Versicherungsschutz ganz ausschließen.
Wer die Bedingungen erfüllt und die Frist einhält, wird zu diesen Konditionen in eine beihilfekonforme Krankheitsvollversicherung aufgenommen:
- Keine Ablehnung aus Risikogründen.
- Keine Leistungsausschlüsse. Die Klausel, nach der für vor Vertragsbeginn eingetretene Versicherungsfälle nicht geleistet wird, findet keine Anwendung.
- Risikozuschlag höchstens 30 % des tariflichen Beitrags, soweit ein Zuschlag erforderlich ist.
Öffnungsaktion oder Öffnungsklausel? Beides meint dasselbe. Der PKV-Verband spricht von „Öffnungsaktionen“, im Alltag und auf vielen Webseiten ist von der „Öffnungsklausel“ die Rede.
Wie Beihilfe und PKV zusammenspielen, erklären wir im Beitrag zur Beihilfe. Alles zur Absicherung selbst findest du unter Private Krankenversicherung für Beamte.
Wer die Öffnungsaktion nutzen kann
Berechtigte Personengruppen
- Beamte auf Widerruf mit Beihilfeanspruch, zum Beispiel Referendare und Beamtenanwärter.
- Beamtenanfänger mit Beihilfeanspruch: Beamte auf Probe sowie Beamte auf Zeit oder Lebenszeit ohne vorangegangenes Probeverhältnis, Richter, Geistliche und Kirchenbeamte, Dienstordnungsangestellte der Sozialversicherungsträger.
- Freiwillig gesetzlich versicherte Beamte, die schon am 31. Dezember 2004 im Dienst waren. Für sie gilt keine Frist.
- Angehörige (Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder), wenn sie bei der Beihilfe erstmals berücksichtigungsfähig sind und nicht in der GKV pflichtversichert sind.
- Heilfürsorge und truppenärztliche Versorgung: Für Polizei, Feuerwehr und Soldaten gilt das Angebot nur für eine Anwartschaftsversicherung auf die beihilfekonforme Restkostenversicherung.
Voraussetzungen
- Es muss die erstmalige private Krankheitskostenvollversicherung sein. Wer bereits privat vollversichert ist, nutzt die Öffnungsaktion nicht. Eine vorhandene Anwartschaft beim selben Versicherer schadet nicht.
- Wer früher schon einmal privat vollversichert war, wird grundsätzlich nicht aufgenommen. Ausnahmen gibt es etwa bei Personen, die als Kind über die Eltern privat versichert waren und später verbeamtet werden.
- Wer in der Vergangenheit seine Anzeigepflicht gegenüber einer PKV verletzt hat und deshalb nach Rücktritt oder Anfechtung gehen musste, hat keinen Anspruch.
Nicht berechtigt sind Beschäftigte mit Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung und Personen, die sich für die pauschale Beihilfe entschieden haben und einen Arbeitgeberzuschuss erhalten. Die pauschale Beihilfe gibt es nur in einigen Bundesländern. Entscheide dich erst nach einem Vergleich der Beiträge und Leistungen.
Die Sechs-Monats-Frist: der entscheidende Punkt
Die Frist beginnt mit dem Beamtenverhältnis. Maßgeblich ist die Antragstellung, nicht der Versicherungsbeginn: Der Antrag muss innerhalb der Frist beim Versicherer eingehen. Stellst du ihn erst am Fristende, darf die PKV auch danach beginnen.
| Personengruppe | Frist | Fristbeginn |
|---|---|---|
| Beamte auf Widerruf und Beamtenanfänger | 6 Monate | Beginn des Beamtenverhältnisses |
| Beamte auf Probe nach GKV-Zeit im Widerruf | 6 Monate | Beginn des Probeverhältnisses (Frist beginnt erneut) |
| Heilfürsorge, Soldaten (nur Anwartschaft) | 6 Monate | Beginn des Anspruchs auf Heilfürsorge bzw. truppenärztliche Versorgung |
| Angehörige | 6 Monate | erstmalige Berücksichtigungsfähigkeit bei der Beihilfe; nie über die Frist des Beamten hinaus |
| Neugeborene (ohne Kindernachversicherung) | 6 Monate | Geburt |
| Angehörige freiwillig GKV-versicherter Beamter | 1 Jahr | Wechsel des Beihilfeberechtigten in die PKV, beim selben Versicherer |
| GKV-Beamte (im Dienst am 31.12.2004) | keine Frist | jederzeit |
Du wirst zum 1. Februar Beamtin auf Widerruf. Dein Antrag muss spätestens am 31. Juli beim Versicherer eingegangen sein. Plane den Antrag früher, denn Arztberichte und Krankenhausunterlagen brauchen oft Wochen.
Was zugesagt wird – und was nicht
| Merkmal | Öffnungsaktion | Normale Gesundheitsprüfung |
|---|---|---|
| Ablehnung | aus Risikogründen nicht | möglich |
| Risikozuschlag | höchstens 30 % | ohne festen Deckel |
| Leistungsausschlüsse | keine | möglich |
| Frist | 6 Monate | keine |
| Beihilfeergänzungstarife | nicht erfasst | volle Prüfung |
Was „beihilfekonform“ bedeutet
Der begünstigte Schutz setzt auf der Beihilfe auf und erweitert sie nicht. Die Erstattungssätze der PKV sind so gestaltet, dass sie zusammen mit der Beihilfe nicht mehr als 100 Prozent ergeben. Bei 50 Prozent Beihilfe versicherst du also 50 Prozent privat. Erstattet deine Beihilfestelle auch Wahlleistungen wie Zweibettzimmer oder Chefarztbehandlung, gehören sie zum Schutz. Erstattet sie nur allgemeine Krankenhausleistungen, gilt das auch für die Öffnungsaktion.
Pflegeversicherung
In der privaten Pflegepflichtversicherung wird bei Aufnahme im Rahmen der Öffnungsaktion kein gesundheitsabhängiger Risikozuschlag erhoben. Außerdem ist der Beitrag auf 50 Prozent des Höchstbeitrags der sozialen Pflegeversicherung begrenzt, wenn eine ununterbrochene Vorversicherungszeit von mindestens fünf Jahren besteht.
Nachteile und Grenzen der Öffnungsaktion
- Der Zuschlag kann teuer werden. 30 Prozent sind die Obergrenze. Ratgeber weisen darauf hin, dass ein Zuschlag meist dauerhaft bleibt. Lass dir vorab schriftlich nennen, wie hoch er ausfällt und ob er überprüft werden kann.
- Nur die Restkostenversicherung. Für Beihilfeergänzungstarife (zum Beispiel für besseren Zahnersatz oder Heilpraktikerleistungen) gilt die Öffnungsaktion nicht.
- Begrenzte Auswahl. Teilnehmen können nur die Unternehmen auf der Verbandsliste, manche mit Einschränkungen.
- Bindung an den Erstantrag. Die erleichterten Bedingungen muss nur der Versicherer gewähren, bei dem du den verbindlichen Erstantrag stellst.
- Ehrliche Angaben sind Pflicht. Wer seine Anzeigepflicht verletzt, kann den Schutz verlieren und sich später nicht mehr auf die Öffnungsaktion berufen.
So stellst du den Antrag in 5 Schritten
Beginn des Beamtenverhältnisses eintragen, sechs Monate später ist dein Stichtag.
Diagnosen, Behandlungen und Medikamente der letzten Jahre zusammenstellen.
Bei teilnehmenden Versicherern Bedingungen und Zuschlag erfragen, noch ohne Antrag.
Beitrag, Zuschlag und Leistungen vergleichen und dich für einen Versicherer entscheiden.
Verbindlichen Antrag mit Verweis auf die Öffnungsaktion einreichen und den Eingang dokumentieren.
Gut zu wissen: Nur der Versicherer, bei dem der verbindliche Erstantrag gestellt wird, muss die erleichterten Bedingungen gewähren. Nimmt er nicht teil, kannst du den Antrag erneut bei einem teilnehmenden Unternehmen stellen. Auch ohne Verweis im Antrag sollen teilnehmende Versicherer auf die Öffnungsaktion hinweisen, wenn nur sie in Frage kommt oder günstiger ist.
Diese Versicherer nehmen an der Öffnungsaktion teil
Der PKV-Verband nennt in der Broschüre (Stand Januar 2026) diese 16 Unternehmen:
- Allianz Private Krankenversicherung, Bayerische Beamtenkrankenkasse, DBV, Debeka, DKV, Generali
- HUK-COBURG-Krankenversicherung, INTER, Münchener Verein, ottonova, SIGNAL IDUNA
- Süddeutsche Krankenversicherung (SDK), Union Krankenversicherung, Versicherer im Raum der Kirchen
- Mit Einschränkung: HALLESCHE (nicht für Beamte auf Widerruf) und LIGA Krankenversicherung (nur für katholische Priester)
Die Liste kann sich ändern. Prüfe vor dem Antrag die aktuelle Verbandsbroschüre und frage beim Versicherer nach, ob er für deine Gruppe teilnimmt.
Referendare und Anwärter: Öffnungsaktion und Anwartschaft
Beamte auf Widerruf können die Öffnungsaktion nutzen, zunächst in Tarifen, die für Beamte auf Widerruf offen sind. Wechselst du später ins Probeverhältnis und warst im Widerruf GKV-versichert, beginnt die Sechs-Monats-Frist erneut.
Wer vor der Verbeamtung vorsorgen will, kann eine Anwartschaft abschließen. Sie hält deinen Gesundheitszustand fest. Der erleichterte Zugang gilt auch für die Anwartschaftsversicherung: Nimmt der Versicherer teil, bestehen die Bedingungen der Öffnungsaktion bei ihm auch nach dem Wechsel in den Vollschutz.
Frist verpasst? Das sind deine Alternativen
Nach Fristablauf gelten die normalen Antragsregeln. Möglich bleiben:
- Normaler Antrag mit Gesundheitsprüfung. Sinnvoll bei ausgeheilten oder leichten Erkrankungen. Eine Risikovoranfrage über einen unabhängigen Makler zeigt vorab, wie Versicherer entscheiden würden.
- Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung. Ohne Arbeitgeberzuschuss trägst du den vollen Beitrag selbst.
- Pauschale Beihilfe, wo dein Dienstherr sie anbietet. Dann entfällt allerdings die Öffnungsaktion.
Du bist unsicher, welcher Weg zu deiner Vorerkrankung passt? Wir prüfen das kostenlos und unverbindlich mit dir, bevor die Frist abläuft.
Beratung anfragenHäufige Fragen zur Öffnungsaktion der PKV
Eine Selbstverpflichtung teilnehmender privater Krankenversicherer. Wer neu verbeamtet wird und innerhalb von sechs Monaten einen Antrag stellt, wird zu erleichterten Bedingungen in eine beihilfekonforme Krankheitsvollversicherung aufgenommen: keine Ablehnung aus Risikogründen, keine Leistungsausschlüsse, Risikozuschläge höchstens 30 Prozent.
Ja. Die Branche spricht offiziell von Öffnungsaktionen, im Alltag ist auch von der Öffnungsklausel die Rede. Gemeint ist dieselbe freiwillige Zusage der PKV-Unternehmen.
Sechs Monate ab Beginn des Beamtenverhältnisses. Maßgeblich ist der Antragseingang beim Versicherer, nicht der Versicherungsbeginn.
Zuschläge werden, soweit sie erforderlich sind, auf maximal 30 Prozent des tariflichen Beitrags begrenzt. 30 Prozent sind eine Obergrenze, kein fester Aufschlag.
Die erleichterten Bedingungen muss nur der Versicherer gewähren, bei dem du den verbindlichen Erstantrag stellst. Nimmt er nicht teil, kannst du den Antrag bei einem teilnehmenden Unternehmen erneut stellen.
Nein. Begünstigt ist die beihilfekonforme Restkostenversicherung. Für Beihilfeergänzungstarife gelten die Öffnungsaktionen nicht.
Dann entfällt der Anspruch auf die erleichterten Bedingungen. Es gilt die normale Gesundheitsprüfung, bei der Versicherer Anträge ablehnen, Leistungen ausschließen oder Zuschläge ohne feste Obergrenze verlangen können.
Ja, bei der Beihilfe berücksichtigungsfähige Angehörige können aufgenommen werden, in der Regel innerhalb von sechs Monaten ab erstmaliger Berücksichtigungsfähigkeit. Die Frist geht nie über die Frist des Beamten hinaus. Neugeborene werden über die Kindernachversicherung versichert, ersatzweise über die Öffnungsaktion.
Mit Vorerkrankung in die PKV? Wir prüfen deine Situation kostenlos und unverbindlich, bevor die Frist abläuft.
Absicherung als Beamter prüfen →Offizielle Quellen und Stand der Daten
- Oktober 2026: Erstveröffentlichung, alle Angaben gegen die Verbandsbroschüre (Stand Januar 2026) geprüft.
Stand: Oktober 2026. Die Öffnungsaktion ist eine freiwillige Selbstverpflichtung; maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Versicherers und die Beihilfevorschriften deines Dienstherrn. Alle Angaben ohne Gewähr; dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung.