Gehalt im Referendariat Hessen 2026: Anwärterbezüge nach Lehramt

Florian Heuer
Autor: Florian Heuer
01. Aug. 2026 · 10 Min. Lesezeit
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Gehalt im Referendariat Hessen 2026: Anwärterbezüge nach Lehramt

Wie viel verdient man im Referendariat in Hessen? Welcher Anwärtergrundbetrag gilt für welches Lehramt, wer bekommt den Sonderzuschlag von 70 Prozent und was bleibt netto? Alle Zahlen nach den amtlichen Tabellen – und mit der Erhöhung, die seit dem 1. Juli 2026 gilt, aber noch nicht ausgezahlt ist.

Gymnasium und berufliche Schulen: 1.916,59 € brutto

Haupt-, Real- und Förderschule: 1.868,96 € brutto

Grundschule: 1.825,54 € brutto

Anwärtersonderzuschlag: 70 Prozent – aber nur für sieben Fachrichtungen an beruflichen Schulen

Warum auf deinem Kontoauszug andere Zahlen stehen

Die Erhöhung um 3,02 Prozent gilt seit dem 1. Juli 2026 – ausgezahlt ist sie noch nicht. Der Hessische Landtag hat das Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026/2027 erst in erster Lesung behandelt, die Anhörung war am 23. Juni 2026, die Verabschiedung ist für September 2026 vorgesehen.

Bis dahin zahlt das Land die alten Beträge weiter: 1.772,02 €, 1.814,17 € und 1.860,41 €. Die höheren Bezüge samt Nachzahlung werden ab den Augustbezügen erwartet. In diesem Artikel stehen beide Werte – der, den du gerade bekommst, und der, der dir zusteht.

Anwärtergrundbetrag nach Lehramt

Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind in Hessen Beamte auf Widerruf. Statt eines Gehalts erhalten sie Anwärterbezüge. Maßgeblich ist nicht die Tätigkeit im Vorbereitungsdienst, sondern das Eingangsamt der angestrebten Laufbahn.

A 12Grundschule

Eingangsamt A 12. Anwärtergrundbetrag ab 1. Juli 2026: 1.825,54 € brutto monatlich, aktuell noch 1.772,02 €.

A 13Haupt-, Real- und Förderschule

Eingangsamt A 13. Anwärtergrundbetrag ab 1. Juli 2026: 1.868,96 € brutto monatlich, aktuell noch 1.814,17 €.

A 13 + ZGymnasium, berufliche Schulen

Eingangsamt A 13 mit Zulage nach Nr. 13 der Vorbemerkungen zu den Besoldungsordnungen A und B – der höchste Anwärtergrundbetrag im Land: 1.916,59 € brutto monatlich, aktuell noch 1.860,41 €.

Anwärterbezüge Hessen 2026: aktuell gezahlt 1.772,02 bis 1.860,41 Euro, ab 1. Juli 2026 rückwirkend 1.825,54 bis 1.916,59 Euro
Zwischen 53 und 56 € im Monat liegen zwischen dem, was aktuell überwiesen wird, und dem, was seit Juli gilt. Über ein halbes Jahr Verzögerung summiert sich das auf einen dreistelligen Nachzahlungsbetrag.
Anwärtergrundbeträge Hessen im Überblick
Eingangsamtaktuell gezahltab 01.07.2026für wen
A 6 bis A 81.515,38 €1.561,14 €kein Lehramt
A 9 bis A 111.586,89 €1.634,81 €kein Lehramt
A 121.772,02 €1.825,54 €Grundschule
A 131.814,17 €1.868,96 €Haupt-, Real- und Förderschule
A 13 + Zulage1.860,41 €1.916,59 €Gymnasium, berufliche Schulen

Aktuelle Beträge nach Anlage VI zum HBesVAnpG 2025, gültig seit 1. Dezember 2025. Die Werte ab 1. Juli 2026 ergeben sich aus § 16 Abs. 3 des Gesetzentwurfs HBesVAnpG 2026/2027 (Drucksache 21/4422): Die Anwärtergrundbeträge erhöhen sich um 3,02 Prozent. Der Mindestbetrag von 110 € gilt nach § 16 Abs. 2 ausdrücklich nur für die Grundgehaltssätze und damit nicht für Anwärterinnen und Anwärter.

Hessen zahlt damit die höchsten Anwärterbezüge der großen Flächenländer – vor Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Dass die Grundschule bei A 12 bleibt, während Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen längst alle Lehrämter nach A 13 bezahlen, relativiert das allerdings für einen Teil der Referendarinnen und Referendare.

Wie es weitergeht

Der zweite Schritt der Besoldungsrunde steht bereits fest: 2,8 Prozent zum 1. Oktober 2027. Für A 13 mit Zulage wären das dann rund 1.970 €. Auch dieser Schritt hängt an demselben Gesetz, das im September verabschiedet werden soll.

Wie das Besoldungssystem in Hessen insgesamt aufgebaut ist, mit allen Erfahrungsstufen bis zum Ende der Laufbahn:

Besoldungstabelle Hessen für Lehrer

Der Gehaltscheck: was am Monatsende wirklich übrig bleibt

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Der Anwärtersonderzuschlag: 70 Prozent, aber nur für sieben Fachrichtungen

Hier wird Hessen für eine kleine Gruppe außergewöhnlich attraktiv – und für alle anderen gar nicht. Der Anwärtersonderzuschlag nach § 60 HBesG beträgt 70 Prozent des Anwärtergrundbetrags, wird aber ausschließlich im Lehramt an beruflichen Schulen gezahlt, und dort nur in sieben Fachrichtungen.

Rechenbeispiel: berufliche Schulen mit Sonderzuschlag, ab Juli 2026

Anwärtergrundbetrag A 13 + Zulage1.916,59 €
Anwärtersonderzuschlag (70 %)1.341,62 €
Gesamtbrutto monatlich3.258,21 €

Damit verdient eine Referendarin an einer beruflichen Schule brutto mehr als eine fertige Grundschullehrkraft in mancher Eingangsstufe. Begünstigt sind die Fachrichtungen Bautechnik, Metalltechnik, Elektrotechnik, Chemie-, Biologie- und Physiktechnik, Gesundheit, Sozialwesen beziehungsweise Sozialpädagogik und Informatik.

Zwei Einschränkungen, die im Kleingedruckten stehen. Fachlehreranwärterinnen und -anwärter erhalten den Zuschlag nicht. Und zurückgezahlt werden muss er, wenn du ein Einstellungsangebot freiwillig ablehnst, nach der Prüfung eine Planstelle ausschlägst oder aus einem selbst zu vertretenden Grund aus dem Vorbereitungsdienst ausscheidest. Die Rückzahlung entfällt, wenn du mindestens fünf Jahre im Beamtenverhältnis derselben Laufbahn bleibst – das darf ausdrücklich auch ein anderes Bundesland sein.

Familienzuschlag: eine Erhöhung, die rückwirkend gilt

Hessen zahlt einen klassischen Familienzuschlag ohne Bezug zum Wohnort. Interessant ist er derzeit vor allem wegen einer Änderung, die im selben Gesetzentwurf steckt wie die Besoldungserhöhung.

Familienzuschlag Hessen, Stand 1. Dezember 2025
BestandteilMonatsbetrag
Stufe 1 – verheiratet oder in eingetragener Lebenspartnerschaft172,10 €
Stufe 2 – mit einem berücksichtigungsfähigen Kind435,32 €
Kinderbezogener Anteil, erstes und zweites Kind je263,22 €
Ab dem dritten Kind, je Kind806,72 €

Anlage V zum HBesVAnpG 2025, gültig seit 1. Dezember 2025.

Für Referendare mit Kind: 350 € statt 263,22 €

Der Gesetzentwurf HBesVAnpG 2026/2027 sieht vor, den kinderbezogenen Familienzuschlag für die ersten beiden Kinder rückwirkend zum 1. Januar 2026 auf jeweils 350 € anzuheben. Das sind 86,78 € mehr pro Kind und Monat.

Auch das hängt an der Verabschiedung im September. Wer Kinder hat, sollte die Nachzahlung im Blick behalten: Über zwölf Monate und zwei Kinder wären das gut 2.080 €.

Was verdiene ich konkret? Beispiele nach Lebenssituation

Alle Beispiele mit dem Anwärtergrundbetrag A 13 mit Zulage, also Gymnasium oder berufliche Schulen, in der ab Juli geltenden Höhe. Für A 13 sind 47,63 € abzuziehen, für A 12 insgesamt 91,05 €.

Beispiel 1: ledig, keine Kinder

Anwärtergrundbetrag A 13 + Zulage1.916,59 €
Familienzuschlag0,00 €
Gesamtbrutto monatlich1.916,59 €

Beispiel 2: verheiratet, keine Kinder

Anwärtergrundbetrag A 13 + Zulage1.916,59 €
Familienzuschlag Stufe 1172,10 €
Gesamtbrutto monatlich2.088,69 €

Beispiel 3: berufliche Schulen, Mangelfachrichtung, ledig

Anwärtergrundbetrag A 13 + Zulage1.916,59 €
Anwärtersonderzuschlag (70 %)1.341,62 €
Gesamtbrutto monatlich3.258,21 €
Noch genauer geht es mit deinen eigenen WertenHier stehen die allgemeinen Beträge. Was in deiner Situation tatsächlich auf dem Konto landet, zeigt dir der Gehaltsrechner – mit deiner Steuerklasse, deinem Familienstand und einem möglichen Sonderzuschlag.
Zum Gehaltsrechner

Was bleibt netto vom Referendariatsgehalt in Hessen?

Der entscheidende Unterschied zum Angestelltenverhältnis: Auf Anwärterbezüge fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Weder Renten- noch Arbeitslosenversicherung. Abgezogen werden nur Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und der Beitrag zur Krankenversicherung.

Netto der Anwärterbezüge ab 1. Juli 2026, ledig, Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer
LehramtBruttoLohnsteuerNetto vor Krankenversicherung
Grundschule (A 12)1.825,54 €121,86 €1.703,68 €
Haupt-, Real- und Förderschule (A 13)1.868,96 €132,57 €1.736,39 €
Gymnasium, berufliche Schulen (A 13 + Z)1.916,59 €144,42 €1.772,17 €
Berufliche Schulen mit Sonderzuschlag3.258,21 €516,64 €2.741,57 €

Berechnet nach § 32a EStG in der für 2026 geltenden Fassung, Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer, mit Vorsorgepauschale bei einem Krankenversicherungsbeitrag von 90 €. Der Solidaritätszuschlag fällt bei diesen Beträgen wegen der Freigrenze nicht an. Für Verheiratete hängt die Lohnsteuer von der gewählten Steuerklasse ab; wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt weitere neun Prozent der Lohnsteuer.

Nach Abzug eines PKV-Anwärtertarifs von 90 bis 130 € landen bei A 13 mit Zulage also rund 1.640 bis 1.680 € auf dem Konto. Am Sonderzuschlag zeigt sich der Steuerprogression besonders deutlich: Von 1.341,62 € brutto zusätzlich bleiben netto 969,40 € – rund 72 Prozent.

Krankenversicherung: was Hessen anders macht

Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf hast du Anspruch auf Beihilfe. Den Rest deckst du über eine private Krankenversicherung im Anwärtertarif ab, der typischerweise bei 90 bis 130 € im Monat liegt.

Der hessische Bemessungssatz steht in § 15 der Hessischen Beihilfenverordnung und hat eine Besonderheit, die sonst kaum ein Land kennt: Verheiratete bekommen nicht 50, sondern 55 Prozent – und zwar unabhängig davon, ob der Partner selbst beihilfeberechtigt ist. Jedes berücksichtigungsfähige Kind erhöht den Satz um weitere fünf Prozentpunkte bis maximal 70 Prozent. Bei stationärer Krankenhausbehandlung kommen 15 Prozentpunkte obendrauf, gedeckelt bei 85 Prozent.

Beihilfebemessungssatz Hessen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst
Situationambulant und zahnärztlichstationär
ledig, keine Kinder50 %65 %
verheiratet, keine Kinder55 %70 %
verheiratet, ein Kind60 %75 %
Höchstsatz70 %85 %

§ 15 Hessische Beihilfenverordnung. Bei zahnärztlichen Leistungen gilt derselbe Bemessungssatz, Material- und Laborkosten sind allerdings nur zu 60 Prozent beihilfefähig.

Achtung bei Zahlen aus zweiter Hand: Im Netz kursiert die Angabe, Anwärterinnen und Anwärter in Hessen bekämen pauschal 70 Prozent Beihilfe ambulant und 85 Prozent stationär. Das ist falsch – 70 und 85 Prozent sind die Höchstsätze, die erst mit Ehepartner und mehreren Kindern erreicht werden. Wer ledig ist, bekommt 50 Prozent. Rechne deinen PKV-Bedarf nicht mit den Höchstsätzen.

Und die pauschale Beihilfe?

Die gibt es in Hessen nicht. Wer als Referendarin oder Referendar freiwillig in der gesetzlichen Kasse bleibt, trägt den Beitrag vollständig selbst – bei A 13 mit Zulage sind das rund 404 € im Monat, gerechnet mit dem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent nach § 243 SGB V, dem Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent und der Pflegeversicherung mit 4,2 Prozent für Kinderlose.

Der oft gehörte Einwand, man zahle in der gesetzlichen Kasse doch nur die Hälfte, gilt ausschließlich für Angestellte: Deren Arbeitgeber übernimmt nach § 257 SGB V den halben Beitrag. Beamtinnen und Beamte sind keine Beschäftigten in diesem Sinne – nach § 250 Abs. 2 SGB V tragen freiwillige Mitglieder den Beitrag allein. Anders als Baden-Württemberg oder Niedersachsen gleicht Hessen das auch nicht über eine pauschale Beihilfe aus.

Ein Punkt, der oft zu spät bedacht wird: In der privaten Krankenversicherung richtet sich der Beitrag lebenslang nach dem Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss. Wer heute gesund ist und erst in ein oder zwei Jahren ins Referendariat startet, kann sich diesen Zustand über eine Anwartschaft sichern – oft für einen niedrigen einstelligen Monatsbeitrag. In Hessen wiegt das schwerer als anderswo, weil es keine pauschale Beihilfe als Auffangnetz gibt.

Häufig übersehen: die Dienstunfähigkeit. Ansprüche auf Versorgung entstehen in der Regel erst mit dem Beamtenverhältnis auf Lebenszeit. Wer im Vorbereitungsdienst oder in der Probezeit dienstunfähig wird, steht deutlich schlechter da als die meisten annehmen – und in Hessen dauert der Vorbereitungsdienst mit 21 Monaten länger als fast überall sonst.

Hessen im Ländervergleich

Beim Anwärtergrundbetrag liegt Hessen vorn – deutlich sogar. Der Vorsprung schmilzt allerdings, sobald man die Dauer und das Grundschullehramt dazunimmt.

Vergleich der höchsten Anwärtergrundbeträge 2026: Hessen 1.916,59 Euro, Bayern 1.830,08 Euro, Nordrhein-Westfalen 1.829,43 Euro, Baden-Württemberg 1.822,62 Euro, Niedersachsen 1.761,92 Euro
Rund 87 € Vorsprung auf Bayern und fast 155 € auf Niedersachsen: Beim höchsten Anwärtergrundbetrag liegt Hessen vor allen anderen großen Flächenländern.
Referendariat in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen
MerkmalHessenBayernNRWBaden-WürttembergNiedersachsen
Höchster Anwärter­grundbetrag1.916,59 €1.830,08 €1.829,43 €1.822,62 €1.761,92 €
GrundschullehramtA 12 – 1.825,54 €A 12 – 1.763,44 €A 13 – 1.793,28 €A 12 – 1.753,53 €A 13 – 1.722,66 €
Dauer des Vorbereitungsdienstes21 Monate24 Monate18 Monate18 Monate18 Monate
Zuschlag nach Wohnortneinja, nach Ortsklasseab dem ersten Kind nach Mietenstufeneinnein
Anwärter­sonderzuschlag70 %, nur berufliche Schulenbis 70 %, in Ausnahmen 100 %möglich, kein Automatismus45 bis 70 % in Mangelfächernrund 290 bis 300 €
Pauschale Beihilfeneinneinneinja, seit 2023ja, seit 2024

Hessen ab 1. Juli 2026 nach dem Gesetzentwurf HBesVAnpG 2026/2027. Bayern: Anlage 10 BayBesG ab 1. Oktober 2026. Nordrhein-Westfalen: Anlage 12 LBesG NRW ab 1. August 2026. Baden-Württemberg und Niedersachsen: Stand 1. April 2026.

Ein Detail, das im Monatsvergleich untergeht: 21 Monate Vorbereitungsdienst bedeuten drei Monate mehr als in NRW, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Wer den höheren Monatsbetrag als Argument nimmt, sollte gegenrechnen, dass der Berufseinstieg – und damit das Dreifache an Gehalt – entsprechend später kommt.

Die vollständigen Rechnungen für die anderen Länder, jeweils mit Netto und Krankenversicherung:

Gehalt im Referendariat NRW Gehalt im Referendariat Niedersachsen Anwärterbezüge Baden-Württemberg Anwärterbezüge Bayern

Wie lange dauert das Referendariat – und was kommt insgesamt zusammen?

Der pädagogische Vorbereitungsdienst dauert in Hessen 21 Monate. Eingestellt wird zweimal im Jahr, zum 1. Mai und zum 1. November. Für die Frage, was am Ende auf dem Konto gelandet ist, lohnt sich die Hochrechnung über die gesamte Zeit statt nur über den Monat.

Was über die 21 Monate zusammenkommt – Brutto ohne Familienzuschlag
Lehramtpro Monatüber 21 Monate
Grundschule1.825,54 €38.336,34 €
Haupt-, Real- und Förderschule1.868,96 €39.248,16 €
Gymnasium, berufliche Schulen1.916,59 €40.248,39 €
Berufliche Schulen mit Sonderzuschlag3.258,21 €68.422,41 €

Gerechnet mit den Beträgen ab 1. Juli 2026 über volle 21 Monate. In der Praxis fällt die Summe etwas höher aus, weil die Erhöhung zum 1. Oktober 2027 in den Zeitraum fällt. Nicht enthalten sind Familienzuschlag und Reisekostenerstattungen.

Der Sonderzuschlag macht über die Ausbildung damit gut 28.000 € aus. Das ist kein Nebenaspekt mehr, sondern der Unterschied zwischen einem knappen und einem entspannten Referendariat.

Bewerbung, Fristen und der Ablauf des Vorbereitungsdienstes in Hessen:

Referendariat Hessen: Bewerbung und Fristen Beamter oder Angestellter als Lehrer in Hessen

Wann die Anwärterbezüge gekürzt werden können

Der Anwärtergrundbetrag kann herabgesetzt werden, wenn die vorgeschriebene Laufbahnprüfung nicht bestanden wurde oder sich die Ausbildung aus einem Grund verzögert, den du zu vertreten hast. Bei einer Verlängerung wegen Krankheit, Mutterschutz oder Elternzeit bleibt es in der Regel beim vollen Betrag. Beim Sonderzuschlag kommt die Fünfjahresbindung hinzu, die weiter oben beschrieben ist.

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Häufige Fragen zu den Anwärterbezügen in Hessen

Wie viel verdient man im Referendariat in Hessen?

Ab dem 1. Juli 2026 beträgt der Anwärtergrundbetrag 1.825,54 € für die Grundschule (A 12), 1.868,96 € für Haupt-, Real- und Förderschule (A 13) und 1.916,59 € für Gymnasium und berufliche Schulen (A 13 mit Zulage). Bis zur Verabschiedung des Besoldungsgesetzes im September 2026 werden noch die alten Beträge von 1.772,02 €, 1.814,17 € und 1.860,41 € gezahlt, die Differenz wird nachgezahlt.

Warum ist die Erhöhung zum 1. Juli 2026 noch nicht auf meinem Konto?

Weil das Hessische Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026/2027 noch nicht verabschiedet ist. Der Entwurf war am 19. Mai 2026 in erster Lesung im Landtag, die Anhörung fand am 23. Juni 2026 statt, die Verabschiedung ist für September 2026 vorgesehen. Die höheren Bezüge samt Nachzahlung werden ab den Augustbezügen erwartet.

Um wie viel steigen die Anwärterbezüge in Hessen?

Um 3,02 Prozent zum 1. Juli 2026 und um weitere 2,8 Prozent zum 1. Oktober 2027. Der im Gesetz vorgesehene Mindestbetrag von 110 € gilt nach § 16 Abs. 2 nur für die Grundgehaltssätze der fertigen Beamten, nicht für Anwärtergrundbeträge. Für Anwärterinnen und Anwärter bedeutet die Erhöhung je nach Lehramt zwischen 53,52 € und 56,18 € im Monat.

Was bleibt netto vom Referendariatsgehalt in Hessen?

Bei A 13 mit Zulage, ledig, Steuerklasse I und ohne Kirchensteuer bleiben von 1.916,59 € brutto nach 144,42 € Lohnsteuer 1.772,17 € vor Krankenversicherung. Nach Abzug eines PKV-Anwärtertarifs von 90 bis 130 € landen rund 1.640 bis 1.680 € auf dem Konto. Für die Grundschule sind es 1.703,68 €, für Haupt-, Real- und Förderschule 1.736,39 € netto vor Krankenversicherung.

Wer bekommt in Hessen den Anwärtersonderzuschlag?

Ausschließlich Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen, und dort nur in den Fachrichtungen Bautechnik, Metalltechnik, Elektrotechnik, Chemie-, Biologie- und Physiktechnik, Gesundheit, Sozialwesen beziehungsweise Sozialpädagogik und Informatik. Fachlehreranwärterinnen und -anwärter erhalten ihn nicht. Für Grundschule, Haupt-, Real-, Förderschule und Gymnasium gibt es ihn ebenfalls nicht.

Wie hoch ist der Anwärtersonderzuschlag in Hessen?

70 Prozent des Anwärtergrundbetrags. Bei A 13 mit Zulage sind das ab Juli 2026 1.341,62 € zusätzlich im Monat, das Gesamtbrutto steigt damit auf 3.258,21 €. Über die 21 Monate des Vorbereitungsdienstes summiert sich der Zuschlag auf gut 28.000 €.

Muss ich den Anwärtersonderzuschlag zurückzahlen?

Ja, wenn du ein Einstellungsangebot freiwillig ablehnst, nach der Prüfung eine Planstelle ausschlägst oder aus einem selbst zu vertretenden Grund aus dem Vorbereitungsdienst ausscheidest. Keine Rückzahlung fällt an, wenn du mindestens fünf Jahre im Beamtenverhältnis derselben Laufbahn bleibst – das darf ausdrücklich auch ein anderes Bundesland sein.

Welcher Beihilfesatz gilt für Referendare in Hessen?

50 Prozent für Ledige, 55 Prozent für Verheiratete und je weitere fünf Prozentpunkte pro berücksichtigungsfähigem Kind bis höchstens 70 Prozent. Bei stationärer Krankenhausbehandlung kommen 15 Prozentpunkte hinzu, gedeckelt bei 85 Prozent. Die im Netz verbreitete Angabe, Anwärter bekämen pauschal 70 beziehungsweise 85 Prozent, ist falsch – das sind die Höchstsätze.

Gibt es in Hessen eine pauschale Beihilfe?

Nein. Wer als Referendarin oder Referendar freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt, zahlt den Beitrag vollständig selbst – bei A 13 mit Zulage rund 404 € im Monat. Anders als Baden-Württemberg oder Niedersachsen bezuschusst Hessen den Kassenbeitrag nicht. Der Standardweg ist deshalb Beihilfe plus private Krankenversicherung im Anwärtertarif.

Zahle ich in der gesetzlichen Kasse nicht nur die Hälfte des Beitrags?

Nein, das gilt nur für Angestellte. Deren Arbeitgeber übernimmt nach § 257 SGB V die Hälfte. Beamtinnen und Beamte sind keine Beschäftigten in diesem Sinne: Nach § 250 Absatz 2 SGB V tragen freiwillige Mitglieder den Beitrag allein. Der Dienstherr leistet stattdessen Beihilfe, die Rechnungen erstattet und kein Beitragszuschuss ist.

Wie hoch ist der Familienzuschlag für Referendare in Hessen?

Die Stufe 1 für Verheiratete beträgt 172,10 €, die Stufe 2 mit einem Kind 435,32 €. Der kinderbezogene Anteil liegt derzeit bei 263,22 € für jedes der ersten beiden Kinder und bei 806,72 € ab dem dritten Kind. Der Gesetzentwurf sieht vor, den Betrag für die ersten beiden Kinder rückwirkend zum 1. Januar 2026 auf jeweils 350 € anzuheben.

Wie lange dauert das Referendariat in Hessen?

Der pädagogische Vorbereitungsdienst dauert 21 Monate. Damit liegt Hessen zwischen Bayern mit 24 Monaten und Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg sowie Niedersachsen mit jeweils 18 Monaten. Eingestellt wird zweimal im Jahr, zum 1. Mai und zum 1. November.

Verdient man im Referendariat in Hessen mehr als in anderen Bundesländern?

Beim höchsten Anwärtergrundbetrag ja: 1.916,59 € liegen vor Bayern mit 1.830,08 €, Nordrhein-Westfalen mit 1.829,43 €, Baden-Württemberg mit 1.822,62 € und Niedersachsen mit 1.761,92 €. Beim Grundschullehramt relativiert sich das, weil Hessen dort bei A 12 bleibt, während NRW und Niedersachsen alle Lehrämter nach A 13 bezahlen. Und der Vorbereitungsdienst dauert in Hessen drei Monate länger.

Zahlen Referendare in Hessen Sozialabgaben?

Nein. Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf fallen keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung an. Abgezogen werden Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und der Beitrag zur Krankenversicherung. Der Solidaritätszuschlag entfällt bei diesen Beträgen wegen der Freigrenze.

Kann der Anwärtergrundbetrag gekürzt werden?

Ja. Er kann herabgesetzt werden, wenn die vorgeschriebene Laufbahnprüfung nicht bestanden wurde oder sich die Ausbildung aus einem selbst zu vertretenden Grund verzögert. Bei einer Verlängerung wegen Krankheit, Mutterschutz oder Elternzeit bleibt es in der Regel beim vollen Betrag.

Offizielle Quellen

Fachlich geprüft von Florian, EinfachVerbeamtet.

Stand: 31. Juli 2026. Die aktuell gezahlten Anwärtergrundbeträge und Familienzuschläge folgen den Anlagen V und VI zum HBesVAnpG 2025 in der seit 1. Dezember 2025 geltenden Fassung. Die Beträge ab 1. Juli 2026 ergeben sich aus § 16 Abs. 3 des Gesetzentwurfs HBesVAnpG 2026/2027 (Drucksache 21/4422) und stehen unter dem Vorbehalt der Verabschiedung, die für September 2026 vorgesehen ist. Nettobeträge berechnet nach § 32a EStG in der für 2026 geltenden Fassung, Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer, mit Vorsorgepauschale. Angaben zur gesetzlichen Krankenversicherung nach dem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 % (§ 243 SGB V), dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2026 von 2,9 % und dem Pflegebeitrag von 4,2 % für Kinderlose. Beihilfebemessungssätze nach § 15 Hessische Beihilfenverordnung, Anwärtersonderzuschlag nach § 60 HBesG. Alle Angaben ohne Gewähr; verbindlich sind die Auskünfte des Regierungspräsidiums Kassel und der Beihilfestelle.

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