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Riester-Vertrag prüfen: Sind deine Kosten zu hoch? So findest du es heraus
Bevor du deinen Riester-Vertrag kündigst oder wechselst, lohnt ein nüchterner Blick auf die Kosten. Nicht der Anbietername entscheidet, ob dein Vertrag gut ist – sondern deine Effektivkosten. Dieser Leitfaden zeigt dir, woran du eine teure Police erkennst, wie du deine Kostenquote selbst abschätzt und wann sich ein Wechsel wirklich rechnet.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit: ca. 8 Minuten · Frage per WhatsApp
Wie erkenne ich, ob mein Riester-Vertrag zu teuer ist?
Entscheidend sind die Effektivkosten (Reduzierungsfaktor) – sie zeigen, wie viel Rendite pro Jahr durch Gebühren verloren geht. Als grobe Faustregel: unter 1,0 % p. a. ist günstig, ab 1,5 % wird es teuer, ab 2,0 % frisst der Vertrag einen erheblichen Teil deiner Förderung. Du findest die Effektivkosten in deinem Produktinformationsblatt. Ist dein Vertrag zu teuer, ist der förderunschädliche Wechsel fast immer besser als Kündigen.
Warum bei Riester die Kosten entscheiden – nicht der Anbieter
Viele suchen im Netz nach „ist Anbieter X schlecht“ oder „Riester Vertrag Y kündigen“. Das ist verständlich, greift aber zu kurz. Ob dein Vertrag gut oder schlecht ist, hängt kaum vom Namen auf dem Vertrag ab, sondern von zwei Dingen: wie viel Förderung du bekommst und wie viel davon die Kosten wieder auffressen.
Denn Riester ist im Kern eine gute Idee: Der Staat legt Zulagen und Steuervorteile obendrauf. Das Problem vieler älterer Verträge sind nicht die Zulagen, sondern die hohen laufenden Kosten und Abschlussgebühren. Genau die kannst du prüfen – und im Zweifel günstiger machen, ohne die Förderung zu verlieren.
Der wichtigste Satz zuerst
Ein teurer Vertrag ist kein Grund zum Kündigen – sondern ein Grund zum Prüfen und ggf. Wechseln. Beim förderunschädlichen Übertrag bleiben alle Zulagen erhalten, nur die Kostenstruktur verbessert sich.
Effektivkosten & Reduzierungsfaktor einfach erklärt
Die eine Kennzahl, auf die es ankommt, heißt Effektivkosten (auch „Reduzierungsfaktor“ oder „Renditeminderung“ genannt). Sie fasst alle Kosten deines Vertrags in einer einzigen Prozentzahl pro Jahr zusammen: Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Fondskosten – alles drin.
Ein Beispiel macht es klar: Wenn deine Geldanlage im Vertrag 5 % Rendite pro Jahr erwirtschaftet und die Effektivkosten bei 1,8 % liegen, bleiben dir am Ende nur noch 3,2 % netto. Fast 40 % deiner Rendite gehen für Kosten drauf. Deshalb ist diese Zahl so wichtig.
Die 1,0 %-Grenze ist jetzt gesetzlich
Mit dem Altersvorsorgereformgesetz (in Kraft seit Mai 2026) hat der Gesetzgeber eine klare Messlatte gesetzt: Das neue Standard-Altersvorsorgedepot darf ab 2027 höchstens 1,0 % Effektivkosten pro Jahr kosten. Damit gibt es erstmals einen gesetzlich definierten Maßstab für „günstig“. Liegt dein Riester-Vertrag darüber, zahlst du mehr als der Gesetzgeber für das geförderte Standardprodukt vorsieht.
| Effektivkosten p. a. | Einordnung | Handlung |
|---|---|---|
| bis 1,0 % | günstig (gesetzl. Grenze) | behalten |
| 1,0–1,5 % | über der Grenze | Wechsel kann sinnvoll sein |
| 1,5–2,0 % | teuer | Wechsel angeraten |
| über 2,0 % | sehr teuer | Wechsel angeraten |
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Die 1,0 %-Grenze ist gesetzlich für das Standard-Altersvorsorgedepot festgelegt; die weiteren Stufen dienen der Orientierung. Ob ein Vertrag „zu teuer“ ist, hängt auch von Laufzeit, Restdauer und deiner Förderquote ab.
Kosten-Rechner: Wie viel fressen deine Gebühren?
Der Rechner schätzt, wie stark die Effektivkosten dein Endkapital über die Laufzeit schmälern. Stell deine Werte ein – du bekommst sofort eine Einordnung.
Dein eigener Sparbeitrag pro Monat – ohne die staatlichen Zulagen.
Daraus ergibt sich deine Restlaufzeit: 27 Jahre bis zur Rente.
Diese Zahl findest du im Produktinformationsblatt. Kennst du sie nicht, ist 1,5 % ein realistischer Startwert für ältere Verträge.
Vereinfachte Modellrechnung mit monatlicher Verzinsung nur auf deinen Eigenbeitrag. Die Effektivkosten werden näherungsweise als jährliche Renditeminderung angesetzt. Vergleichsbasis für das Einsparpotenzial: die gesetzliche Kostenobergrenze von 1,0 % Effektivkosten, die ab 2027 für das Standard-Altersvorsorgedepot gilt. Keine Berücksichtigung von Steuern in der Auszahlphase. Keine Garantie für die tatsächliche Wertentwicklung – frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die Zukunft.
Du kennst deine Effektivkosten nicht? Kein Problem. Schick uns dein Produktinformationsblatt – wir lesen die Zahl raus und ordnen sie für dich ein.
Unterlagen per Mail einsendenWoran du einen teuren Vertrag erkennst
Drei Warnsignale deuten auf hohe Kosten hin. Klicke auf die Karten für die Details:
Steht im Produktinformationsblatt ein Reduzierungsfaktor von 1,8 % oder mehr, ist der Vertrag teuer. Jedes Zehntelprozent kostet dich über Jahrzehnte tausende Euro Endkapital.
Wenn dein Guthaben laut Standmitteilung kaum über deinen Einzahlungen liegt, obwohl der Vertrag schon Jahre läuft, fressen Kosten und Garantien die Rendite auf.
Verträge mit 100 % Beitragsgarantie müssen sicherheitsorientiert anlegen und bringen bei den heutigen Zinsen kaum Rendite. Renditestärkere, ETF-basierte Depot-Lösungen sind ab 2027 möglich.
Wo du deine Kosten-Zahlen findest
Du musst kein Experte sein, um deine Kosten zu prüfen. Zwei Dokumente reichen:
1. Das Produktinformationsblatt
Bei jedem Riester-Vertrag muss dir der Anbieter ein standardisiertes Produktinformationsblatt aushändigen. Dort stehen die Effektivkosten schwarz auf weiß – oft in einer Tabelle mit verschiedenen Laufzeiten. Genau diese Prozentzahl brauchst du.
2. Die jährliche Standmitteilung
Einmal im Jahr bekommst du eine Standmitteilung. Vergleiche dort dein aktuelles Guthaben mit der Summe deiner Einzahlungen. Liegen beide nah beieinander, obwohl der Vertrag schon länger läuft, ist das ein Warnsignal.
Findest du die Zahlen nicht?
Kein Problem – das geht vielen so. Schick uns einfach dein Produktinformationsblatt und die letzte Standmitteilung. Wir lesen die Effektivkosten raus und sagen dir ehrlich, ob dein Vertrag im Rahmen liegt. Kostenlos und unverbindlich.
Wo du das Produktinformationsblatt deines Anbieters findest
Seit 2017 muss jeder Anbieter zertifizierter Riester- und Rürup-Verträge seine Muster-Produktinformationsblätter öffentlich auf der eigenen Website bereitstellen. Darin stehen die Effektivkosten für Musterlaufzeiten. Das individuelle PIB mit deinen persönlichen Zahlen hast du außerdem bei Vertragsabschluss erhalten – es liegt in deinen Vertragsunterlagen.
Die offizielle Gesamtübersicht (empfohlen)
Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) führt als Zertifizierungsstelle eine vollständige, laufend aktualisierte Liste aller Anbieter-Links. Das ist die zuverlässigste Quelle, weil sie amtlich gepflegt wird und jeden zertifizierten Anbieter enthält.
Direktlinks zu den PIB-Seiten großer Anbieter
Zur schnellen Orientierung eine Auswahl häufiger Anbieter – von Versicherern bis zu den großen Fondsgesellschaften. Die Links führen direkt auf deren offizielle PIB-Übersichtsseiten, wo die Muster-Produktinformationsblätter zum Download stehen:
- Allianz→
- Union Investment→
- Debeka→
- DWS→
- DEKA→
- ERGO→
- Alte Leipziger→
- AXA→
- Gothaer→
- WWK→
- die Bayerische→
- SV Sachsen→
Anbieter ohne Gewähr und ohne Wertung – die Auswahl stellt keine Empfehlung dar. Maßgeblich sind stets die Angaben des jeweiligen Anbieters; Links können sich ändern. Ist dein Anbieter nicht dabei, findest du ihn in der offiziellen BZSt-Liste oben. Dein persönliches PIB findest du in deinen eigenen Vertragsunterlagen.
Du hast das PIB gefunden, aber wirst aus den Zahlen nicht schlau? Schick es uns. Wir markieren dir die Effektivkosten und ordnen sie ein.
PIB per Mail einsendenRechenbeispiel: Was 1 % mehr Kosten ausmacht
Der Unterschied zwischen einem günstigen und einem teuren Vertrag klingt klein – ist über die Laufzeit aber gewaltig. Ein Beispiel: 100 € Eigenbeitrag monatlich, 27 Jahre Laufzeit, 6 % Rendite vor Kosten.
| Endkapital bei 0,8 % Kosten (günstig) | ~ 70.600 € |
| Endkapital bei 1,8 % Kosten (teuer) | ~ 60.100 € |
| Verlust allein durch 1 % mehr Kosten | ~ 10.500 € |
Ein einziges Prozent mehr Effektivkosten kostet dich in diesem Beispiel über 10.000 € Endkapital. Genau deshalb lohnt der Blick ins Produktinformationsblatt – und ein Wechsel, wenn die Zahl zu hoch ist.
Vereinfachtes Beispiel nach öffentlich verfügbaren Modellrechnungen. Tatsächliche Werte hängen von Vertrag, Laufzeit und Wertentwicklung ab.
Dein Vertrag ist zu teuer – und jetzt?
Wenn die Prüfung zeigt, dass dein Vertrag zu teuer ist, hast du drei Wege – Kündigen ist dabei fast immer der schlechteste:
Option 1: Anbieter wechseln
Du darfst innerhalb des Riester-Systems zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Die Förderung wandert mit, du zahlst keine Zulagen zurück.
Option 2: Ab 2027 ins Altersvorsorgedepot übertragen
Der förderunschädliche Übertrag ins neue Altersvorsorgedepot ist günstiger und renditestärker. Alle Zulagen bleiben erhalten. Mehr dazu im Leitfaden Riester umwandeln.
Option 3: Kündigen – meist die teuerste Lösung
Eine Kündigung gilt als förderschädlich: Du musst alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Warum das fast nie sinnvoll ist, liest du im Leitfaden Riester kündigen oder umwandeln.
Was speziell für Beamte gilt
Als Beamtin oder Beamter warst du bei Riester meist nur mittelbar zulagenberechtigt – oft über den Ehepartner. Umso ärgerlicher, wenn ein teurer Vertrag die ohnehin begrenzte Förderung auffrisst. Die Kostenprüfung ist für dich deshalb besonders wichtig.
Ab 2027 wird der Wechsel für dich attraktiver
Beim Übertrag ins Altersvorsorgedepot bist du unmittelbar förderberechtigt – der Ehepartner-Umweg entfällt. Kombiniert mit niedrigeren Kosten wird deine Förderung dann deutlich wirksamer gegen deine Versorgungslücke.
Häufige Fragen
Die Effektivkosten (Reduzierungsfaktor) fassen alle Kosten deines Vertrags in einer Prozentzahl pro Jahr zusammen: Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten. Sie zeigen, um wie viel Prozent deine jährliche Rendite durch Gebühren gemindert wird. Je niedriger, desto besser.
Ein guter Maßstab ist die gesetzliche Kostenobergrenze: Ab 2027 dürfen die Effektivkosten des Standard-Altersvorsorgedepots höchstens 1,0 % pro Jahr betragen (festgelegt im Altersvorsorgereformgesetz). Liegt dein Vertrag bis 1,0 %, ist er günstig. Zwischen 1,0 und 1,5 % liegst du bereits darüber, ab 1,5 % wird es teuer und ab 2,0 % sehr teuer. Die genaue Bewertung hängt aber auch von Restlaufzeit und Förderquote ab.
Im Produktinformationsblatt, das dir der Anbieter bei Abschluss ausgehändigt hat. Dort sind die Effektivkosten meist in einer Tabelle für verschiedene Laufzeiten aufgeführt. Findest du das Dokument nicht, kannst du es beim Anbieter erneut anfordern.
Meist nicht. Eine Kündigung gilt als förderschädlich – du musst alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Besser ist fast immer ein Anbieterwechsel oder ab 2027 der förderunschädliche Übertrag ins Altersvorsorgedepot. Dabei bleibt die Förderung erhalten und nur die Kosten sinken.
Ja. Innerhalb des Riester-Systems ist ein Wechsel zu einem anderen Anbieter oder Produkt möglich, ohne dass du Zulagen zurückzahlen musst. Die Förderung wandert mit. Wichtig ist, vorher die Kosten beider Verträge zu vergleichen.
Die Prüfung ist für dich kostenlos und unverbindlich. Als unabhängige Makler werden wir von den Gesellschaften vergütet – nicht von dir.
Riester-Kosten prüfen lassen – in 3 Schritten
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Unabhängig · auf Beamte spezialisiert · 5,0 ★ bei Google
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung. Angaben nach bestem Wissen, Stand Juli 2026. Ob dein Vertrag zu teuer ist und welcher Weg für dich sinnvoll ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab.