Welche Versicherungen brauchst du als Polizeianwärter?

Florian Heuer
Autor: Florian Heuer
21. Juni 2026 · 15 Min. Lesezeit
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Welche Versicherungen brauchst du als Polizeianwärter?
Welche Versicherungen brauchst du als Polizeianwärter? | EinfachVerbeamtet

Welche Versicherungen brauchst du als Polizeianwärter?

Du beginnst deine Ausbildung oder dein Studium bei der Polizei und fragst dich, welche Versicherungen wirklich wichtig sind? Dieser Überblick zeigt dir die vier zentralen Themen: Heilfürsorge, Anwartschaft, Diensthaftpflicht und Dienstunfähigkeitsversicherung, kompakt erklärt mit Links zu den ausführlichen Einzelartikeln.

Regelmäßig aktualisiert ca. 7 Min. Lesezeit

Die vier Themen auf einen Blick

Als angehender Polizist oder angehende Polizistin bist du während der aktiven Dienstzeit über die freie Heilfürsorge gut abgesichert. Trotzdem gibt es vier Bereiche, in denen Lücken entstehen können, die du frühzeitig schließen solltest.

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Krankenversicherung

Heilfürsorge

Übernimmt während des aktiven Dienstes fast alle Krankheitskosten, endet aber mit Ruhestand, Beurlaubung oder Wechsel.

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Wann sie endet

Mit Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, Ruhestand oder Dienstherrenwechsel. Danach gilt nur noch die anteilige Beihilfe (50–80 %).

Rückkehrrecht PKV

Anwartschaft

Sichert dir das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die private Krankenversicherung zurückzukehren.

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Warum wichtig

Ohne Anwartschaft drohen bei Rückkehr in die PKV Risikozuschläge oder sogar Ablehnung wegen Vorerkrankungen.

Haftung im Dienst

Diensthaftpflicht

Schützt dich vor Schadensersatzforderungen bei Fehlern im Einsatz, etwa bei grober Fahrlässigkeit.

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GdP vs. privat

Private Tarife ab ca. 5 €/Monat, stabil über die Karriere. GdP-Beitrag steigt mit der Besoldung auf bis zu 41 €/Monat.

Größtes Risiko

Dienstunfähigkeits-versicherung

Sichert dein Einkommen ab, wenn du den Polizeidienst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.

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Größtes Risiko

Staatliche Versorgung greift meist erst mit dem Beamtenverhältnis auf Lebenszeit, also oft erst nach mehreren Dienstjahren.

Die Reihenfolge ist nicht zufällig gewählt: Heilfürsorge hast du automatisch, die anderen drei Themen solltest du selbst aktiv angehen, am besten schon während der Ausbildung oder des Studiums, wenn die Konditionen meist am günstigsten sind.

Heilfürsorge: Was sie abdeckt und wann sie endet

Die freie Heilfürsorge ist eine besondere Fürsorgeleistung des Dienstherrn: Er übernimmt die ärztliche Versorgung direkt als Sachleistung, ohne dass du eigene Beiträge zahlen musst. Polizeivollzugsbeamte im aktiven Dienst sind die Hauptgruppe mit Anspruch, je nach Bundesland gilt das auch für Anwärter und Beamte auf Probe.

Wichtig: Familienangehörige sind nicht über die Heilfürsorge mitversichert, hier greift stattdessen die Beihilfe des jeweiligen Bundeslandes. In Hessen und im Saarland gibt es zudem gar keine Heilfürsorge für Polizeibeamte, dort gelten ausschließlich Beihilfe und private Ergänzungsversicherungen.

Die Heilfürsorge endet in der Regel mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, beim Eintritt in den Ruhestand oder bei einem Wechsel in ein anderes Dienstverhältnis. Danach übernimmt die Beihilfe nur noch einen anteiligen Prozentsatz der Kosten, üblicherweise 50 bis 80 Prozent.

Private Kranken-versicherung für Beamte Deckt die Restkosten ab, die nach Ende der Heilfürsorge über die Beihilfe nicht übernommen werden.
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Alle Details zur Heilfürsorge Anspruch nach Bundesland, Vergleich mit der Beihilfe und was beim Übergang in die Beihilfephase wichtig ist.
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Anwartschaft: Dein Rückkehrrecht in die PKV

Sobald die Heilfürsorge endet, etwa durch Versetzung in den Ruhestand, Beurlaubung oder einen Wechsel in die freie Wirtschaft, musst du dich privat krankenversichern. Ein sofortiger Wechsel kann teuer werden, besonders wenn in der Zwischenzeit Vorerkrankungen entstanden sind. Die Anwartschaft sichert dir das Recht auf Rückkehr in deinen bisherigen Versicherungsschutz, ohne erneute Gesundheitsprüfung.

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Kleine Anwartschaft

Sichert das Rückkehrrecht, die Versicherung wird ruhend gestellt, reduzierter Beitrag, kostengünstig.

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Für wen geeignet

Wenn dir vor allem das Rückkehrrecht wichtig ist und du auf Altersrückstellungen während der Pause verzichten kannst.

Große Anwartschaft

Rückkehrrecht wie bei der kleinen Variante, zusätzlich bleiben Altersrückstellungen und Leistungsbausteine erhalten.

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Für wen geeignet

Wenn du maximale Sicherheit willst und deine bisherigen Konditionen vollständig erhalten möchtest, bei etwas höherem Beitrag.

Besonders wichtig wird die Anwartschaft bei Dienstunfähigkeit, in der Elternzeit oder bei längerer Beurlaubung, also immer dann, wenn die Heilfürsorge unterbrochen wird, ohne dass du schon im Ruhestand bist. Je früher du die Anwartschaft abschließt, am besten solange du noch gesund bist, desto günstiger und risikoärmer ist sie.

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Kleine vs. große Anwartschaft im Detail Konkrete Beispiele, wann sich welche Variante lohnt und wie der Wechsel ohne Gesundheitsprüfung funktioniert.
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Diensthaftpflicht: GdP oder privat?

Auch wenn der Dienstherr zunächst für Schäden eintritt, kann er bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit Regress nehmen. Typische Risiken im Polizeidienst sind Personen- und Sachschäden bei Einsätzen, Vermögensschäden durch Fehlentscheidungen oder Schlüsselverlust. Viele Polizistinnen und Polizisten setzen auf den Schutz der Gewerkschaft der Polizei (GdP), eine private Diensthaftpflicht ist aber oft die günstigere und rechtlich verbindlichere Alternative.

ModellMonatliche KostenRechtsanspruch
GdP, Anwärterca. 3,83 €Nein, nur Nebenleistung
GdP, A8ca. 19,68 €Nein, nur Nebenleistung
GdP, A12ca. 29,00 €Nein, nur Nebenleistung
GdP, A16ca. 41,06 €Nein, nur Nebenleistung
Private Diensthaftpflichtca. 5–6 € (stabil)Ja, vertraglich garantiert

Wichtiger Unterschied: Die GdP-Mitgliedschaft bietet die Versicherung nur als Nebenleistung, ohne einklagbaren Anspruch auf Fallübernahme. Eine private Diensthaftpflicht ist ein eigenständiger Versicherungsvertrag mit Rechtsanspruch im Schadensfall, und das bei einem Beitrag, der unabhängig von deiner Besoldungsgruppe stabil bleibt.

Warum die GdP allein oft nicht ausreicht

Die Gewerkschaft der Polizei ist zuerst eine Interessenvertretung, der Versicherungsschutz ist nur eine Zusatzleistung der Mitgliedschaft, kein eigenständiger Vertrag. Drei Punkte solltest du dabei kennen:

Kein Rechtsanspruch: Ob die GdP im konkreten Schadensfall tatsächlich zahlt, liegt im Ermessen der Gewerkschaft. Es gibt keinen vertraglich einklagbaren Anspruch wie bei einer regulären Versicherung.

Beitrag steigt mit der Besoldung: Während eine private Diensthaftpflicht bei ca. 5–6 € im Monat stabil bleibt, wächst der GdP-Beitrag mit jeder Beförderung, von 3,83 € als Anwärter bis auf über 40 € bei A16, ganz unabhängig vom tatsächlichen Risiko.

Keine klar definierten Deckungssummen: Private Tarife nennen feste Deckungssummen (z. B. 30 oder 50 Mio. €) und garantierte Leistungen im Vertrag. Bei der GdP-Nebenleistung sind Umfang und Grenzen weniger transparent festgelegt.

Für die laufende Interessenvertretung, Rechtsschutz bei Disziplinarverfahren oder gewerkschaftliche Unterstützung bleibt die GdP-Mitgliedschaft trotzdem sinnvoll. Für eine rechtssicher garantierte Diensthaftpflicht lohnt sich aber meist die zusätzliche private Absicherung.

Diensthaftpflicht für Beamte abschließen Rechtlich garantierter Schutz schon ab ca. 5 € im Monat, unabhängig von deiner Besoldungsgruppe.
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Direktvergleich GdP vs. private Diensthaftpflicht Alle Tarife, Deckungssummen und eine klare Empfehlung je Karrierephase.
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Dienstunfähigkeitsversicherung: Die größte Lücke

Das größte finanzielle Risiko trägst du in den ersten Dienstjahren: Ansprüche auf eine staatliche Versorgung bei Dienstunfähigkeit entstehen meist erst mit dem Beamtenverhältnis auf Lebenszeit, also frühestens nach mehreren Jahren im Dienst. Als Anwärterin oder Anwärter, Beamter auf Probe oder Beamter auf Widerruf bist du bei Dienstunfähigkeit häufig nur unzureichend oder gar nicht abgesichert.

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung schließt genau diese Lücke und greift bereits in den ersten Dienstjahren, in denen der Staat noch keine ausreichende Versorgung leistet.

Dienstunfähigkeits-versicherung abschließen Sichere dein Einkommen ab, schon während der Ausbildung oder des Studiums.
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Dienstunfähigkeit bei der Polizei im Detail Wann der Staat zahlt, wo die Versorgungslücke entsteht und wie hoch das Risiko nach Beamtenstatus wirklich ist.
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In welcher Reihenfolge solltest du vorgehen?

Eine sinnvolle Priorisierung orientiert sich am finanziellen Risiko und an den Kosten der jeweiligen Absicherung:

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Schritt 1

Dienstunfähigkeits-versicherung

Größtes finanzielles Risiko, günstigste Konditionen am Anfang der Karriere.

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Schritt 2

Diensthaftpflicht

Sehr günstig, schließt eine konkrete Haftungslücke sofort.

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Schritt 3

Anwartschaft

Sichert dir spätere Konditionen, ohne dass aktuell ein akuter Bedarf besteht.

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Schritt 4

Heilfürsorge prüfen

Automatisch vorhanden, aber gut zu wissen, wann sie endet.

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Häufige Fragen zu Versicherungen für Polizeianwärter

Ja, gerade als Anwärter oder Beamter auf Probe ist das Risiko am größten, da staatliche Versorgungsansprüche meist erst mit dem Beamtenverhältnis auf Lebenszeit entstehen. Je früher du die Versicherung abschließt, desto günstiger sind in der Regel die Konditionen.
Die GdP-Mitgliedschaft bietet Versicherungsschutz nur als Nebenleistung, ohne einklagbaren Anspruch auf Fallübernahme. Eine private Diensthaftpflicht ist meist günstiger als der GdP-Beitrag ab Besoldungsgruppe A8 und bietet einen vertraglich garantierten Rechtsanspruch.
In der Regel mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, beim Eintritt in den Ruhestand oder bei einem Wechsel in ein anderes Dienstverhältnis. Danach gilt die Beihilfe mit einer anteiligen Kostenerstattung statt der vollen Kostenübernahme.
Nein, das ist der entscheidende Vorteil. Dein Gesundheitsstatus wird zum Zeitpunkt des Abschlusses eingefroren, sodass du später ohne erneute Prüfung in deinen bisherigen Versicherungsschutz zurückkehren kannst.
Nein. In Hessen und im Saarland gibt es keine Heilfürsorge für Polizeibeamte, dort gelten ausschließlich Beihilfe und private Ergänzungsversicherungen. In Bayern, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Thüringen greift im aktiven Dienst überwiegend die Beihilfe statt der vollen Heilfürsorge.

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