Polizei Laufbahnen 2026: Mittlerer, gehobener und höherer Dienst im Vergleich
Bevor du dich bei der Polizei bewirbst, stellt sich eine zentrale Frage: Welche Laufbahn passt zu deinem Schulabschluss und deinen Karrierezielen? Dieser Überblick stützt sich auf die offiziellen Karriereseiten der Bundespolizei und mehrerer Landespolizeien und zeigt, wo der mittlere Dienst inzwischen komplett wegfällt.
- Die drei Laufbahnen auf einen Blick
- So läuft dein Aufstieg ab: die Laufbahn-Grafik
- Bundespolizei: Drei Laufbahnen mit klaren Eckdaten
- Bundeskriminalamt: Eigener Direkteinstieg
- Landespolizei: Wo der mittlere Dienst wegfällt
- Vergleichstabelle: Bund und Länder
- Besoldung und Anwärterbezüge
- Bereitschaftspolizei-Pflichtzeit
- Aufstieg zwischen den Laufbahnen
- Häufige Fragen
Die drei Laufbahnen auf einen Blick
Bei Bundespolizei und Landespolizeien gibt es grundsätzlich drei Laufbahnen, die sich nach Schulabschluss, Ausbildungsdauer und späterem Aufgabenfeld unterscheiden. Manche Bundesländer wie Niedersachsen sprechen statt von Laufbahnen auch von Laufbahngruppe 1 und 2 mit jeweils zwei Einstiegsämtern.
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Mittlerer Dienst
Gehobener Dienst
Höherer Dienst
Grundsätzlich gilt: Je höher die Laufbahn, desto anspruchsvoller die Einstellungsvoraussetzungen, aber auch desto höher das Gehalt und die spätere Verantwortung. Ein Laufbahnwechsel nach oben ist bei guten Leistungen in der Regel auch nach dem Einstieg noch möglich.
So läuft dein Aufstieg ab: die Laufbahn-Grafik
Die folgende Grafik zeigt den typischen Karriereweg von der Ausbildung bis zur Führungsposition, inklusive der beiden Aufstiegswege zwischen den Laufbahnen.
Hinweis: Eingangsamt und Aufstiegswege können je nach Bundesland abweichen.
Bundespolizei: Drei Laufbahnen mit klaren Eckdaten
Laut der offiziellen Karriereseite komm-zur-bundespolizei.de kannst du im Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei im mittleren, gehobenen oder höheren Dienst starten.
Mittlerer Polizeivollzugsdienst
Die Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre und umfasst rund 4.600 Ausbildungsstunden. Im ersten Jahr stehen einsatznahe Trainings im Vordergrund, im zweiten Jahr folgen 5,5 Monate Praktika im grenz- und bahnpolizeilichen Bereich, bei der Bundesbereitschaftspolizei und in der Luftsicherheit. Das dritte Jahr bereitet sechs Monate lang gezielt auf die Laufbahnprüfung vor. Am Einstellungstag musst du laut den aktuellen Voraussetzungen zwischen 16 und 27 Jahre alt sein, mit Berufsausbildung und mehr als drei Jahren Berufserfahrung sind Ausnahmen bis 35 Jahre möglich.
Gehobener Polizeivollzugsdienst
Hier ist mindestens das Fachabitur erforderlich. Das Diplomstudium dauert drei Jahre, umfasst 25 Module und 9 Monate praktische Verwendung. Das Grundstudium findet an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl bei Bonn statt, das Hauptstudium anschließend in Lübeck. Studienschwerpunkte reichen von Rechtswissenschaften über Psychologie und Politik bis zu Einsatz- und Führungslehre. Die Altersgrenze liegt bei höchstens 33 Jahren, mit abgeschlossener Berufsausbildung und mindestens drei Jahren Berufserfahrung sind Ausnahmen bis 41 Jahre möglich.
Höherer Polizeivollzugsdienst
Der höhere Dienst führt über einen zweijährigen Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“. Das erste Studienjahr findet an der Hochschule des Bundes in Lübeck und beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden statt, das zweite an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Länderpolizeien. Nach Abschluss steigst du als Polizeirätin oder Polizeirat ein und leitest Bundespolizeidienststellen.
Aufstiegsweg innerhalb der Bundespolizei: Wer im mittleren Dienst arbeitet, kann sich über ein internes Auswahlverfahren für den Aufstieg in den gehobenen Dienst qualifizieren. Diese sogenannten Aufstiegsbeamtinnen und Aufstiegsbeamten studieren im Hauptstudium gemeinsam mit den regulären Direkteinsteigern.
Ausbildung und Studium bei der Bundespolizei (komm-zur-bundespolizei.de) →
Einstellungsvoraussetzungen der Bundespolizei →
Bundespolizei – offizielle Karriereseite →
Bundeskriminalamt: Eigener Direkteinstieg
Das Bundeskriminalamt (BKA) bietet über sein eigenes Karriereportal Studium, Ausbildung und Direkteinstieg in den gehobenen und höheren Dienst an, unter anderem für Fachrichtungen wie Kriminalpolizei, IT und Verwaltung. Das BKA ist organisatorisch eigenständig und unterscheidet sich damit von der klassischen Bundespolizei-Laufbahn.
Landespolizei: Wo der mittlere Dienst wegfällt
Mehrere Bundesländer haben den mittleren Dienst inzwischen abgeschafft. Wer dort Polizist werden möchte, steigt direkt im gehobenen Dienst über ein duales Bachelor-Studium ein.
Wichtig zur Einordnung: Den höheren Dienst gibt es in jedem der 16 Bundesländer, er ist die Führungslaufbahn der Polizei überall. Der Unterschied liegt im Zugang: In fast allen Ländern ist er kein Direkteinstieg von der Schule aus, sondern wird über ein behördeninternes Auswahlverfahren mit anschließendem Masterstudium aus dem gehobenen Dienst heraus erreicht. Nur Berlin und Hamburg bieten laut den vorliegenden Quellen auch eine reguläre dritte Einstiegsschiene direkt in den höheren Dienst an.
Bundesländer ohne mittleren Dienst (nur Studium)
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→ karriere.polizei.nrw
→ karriere.polizei.hessen.de
→ polizei-studium.de
→ polizei.rlp.de/karriere
→ saarland.de/polizei
→ polizei.bremen.de/karriere
Bundesländer mit aktivem mittlerem und gehobenem Dienst
👆 Tippe auf ein Bundesland für Details
→ karriere-polizei-bw.de
→ bevi.polizei.bayern.de
→ 110prozent.berlin.de
→ polizei-brandenburg-karriere.de
→ polizei.hamburg/karriere
→ polizei.mvnet.de/Karriere
→ polizei.sachsen.de (Beruf und Karriere)
→ nachwuchsfahndung.de
→ schleswig-holstein.de/Polizei/Berufung
→ startpolizei.thueringen.de
Stand der Recherche: April 2026. Die genauen Einstiegswege, insbesondere bei kleineren Bundesländern, können sich ändern, da Personalbedarf und Landes-gesetzgebung regelmäßig angepasst werden. Prüfe vor einer Bewerbung immer die aktuelle offizielle Karriereseite deines Bundeslandes.
Wichtiger Hinweis: Wer mit Abitur in den mittleren Dienst eingestellt wird, kann in vielen Ländern mit zwei Laufbahnen anschließend in der Regel nur noch über ein behördeninternes Aufstiegsverfahren in den gehobenen Dienst wechseln, nicht durch direkten Quereinstieg.
Vergleichstabelle: Bund und ausgewählte Länder
| Dienstherr | Mittlerer Dienst | Gehobener Dienst | Höherer Dienst |
|---|---|---|---|
| Bundespolizei | Ja, 2,5 Jahre Ausbildung | Ja, 3 Jahre Diplomstudium | 2 Jahre Masterstudium oder Aufstieg |
| Bundeskriminalamt | Nein | Ja, Studium und Direkteinstieg | Ja, Direkteinstieg möglich |
| Baden-Württemberg | Ja, eigene Ausbildung | Ja, eigenes Studium | Über Aufstieg |
| Nordrhein-Westfalen | Bestätigt abgeschafft | Duale Studiengänge, Direkteinstieg | Eigene Rubrik „Höherer Dienst“ |
| Hessen | Bestätigt abgeschafft | Studium Schutz-/Kriminalpolizei/Cyberkriminalistik | Über Aufstieg |
| Niedersachsen | Bestätigt abgeschafft | Duales Studium, auch Polizeiinformatik | Direkteinstieg für Volljuristen |
Hinweis: Die Angaben zu Baden-Württemberg, NRW, Hessen und Niedersachsen wurden direkt von den genannten offiziellen Karriereportalen bestätigt. Für weitere Bundesländer (Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen) verweisen wir auf die jeweiligen Landespolizei-Karriereseiten, da sich Einstiegswege und Bezeichnungen ändern können.
Besoldung und Anwärterbezüge
Die Besoldungsgruppen sind über Bund und Länder weitgehend einheitlich an die Laufbahnen gekoppelt:
A6–A9
A9–A13
A13–A16
Anwärterbezüge während der Ausbildung (Bundespolizei, Stand 2026)
Schon während der Ausbildung bzw. des Studiums erhältst du als Anwärterin oder Anwärter Bezüge:
Was verdienst du nach 10, 20 und 30 Jahren? (Brutto, Bund, ohne Zulagen)
Die folgende Übersicht zeigt das Grundgehalt zu Beginn, nach rund 10, nach rund 20 Jahren und im Endgehalt (höchste Erfahrungsstufe) für ein typisches Beispielamt pro Laufbahn. Die tatsächliche Stufe hängt von deinem Eintrittsalter und etwaigen Vordienstzeiten ab, die genauen Werte können je Bundesland leicht abweichen.
Diese Werte stammen aus der Bundesbesoldungstabelle 2026 (gültig für Bundesbeamte, z. B. Bundespolizei), reines Grundgehalt ohne Polizeizulage, Familienzuschlag, Erschwernis- oder Schichtdienstzulagen. Mit diesen Zulagen liegt dein tatsächliches Brutto in der Praxis höher.
Wichtig: Jedes Bundesland hat eine eigene Besoldungstabelle, die von der Bundestabelle abweichen kann, etwa in Bayern oder Niedersachsen. Die Werte oben dienen daher nur als grobe Orientierung für den Gehaltsverlauf, nicht als exakte Zahl für dein Bundesland.
Bereitschaftspolizei-Pflichtzeit: Nicht jeder startet sofort im Streifendienst
Ein praxisrelevanter Unterschied, der in vielen Übersichten fehlt: In einigen Bundesländern arbeitest du nach der Ausbildung nicht sofort im „normalen“ Streifendienst eines Polizeireviers, sondern musst zunächst eine festgelegte Zeit in der Bereitschaftspolizei (Einsatz-hundertschaft) verbringen.
Nach der Ausbildung in der Bayerischen Bereitschaftspolizei entscheidet sich, ob du in einer Einsatz-hundertschaft oder im polizeilichen Einzeldienst eingesetzt wirst. Üblich ist eine Pflichtzeit von 24 Monaten in der Einsatz-hundertschaft, etwa zur Unterstützung bei Demonstrationen, Fußballspielen oder im Objektschutz, bevor eine Bewerbung auf eine Wunschstelle im regulären Streifendienst möglich ist.
Wichtig zur Einordnung: Auch andere Bundesländer wie Sachsen führen Berufsanfänger zunächst in den Streifendienst eines Polizeireviers oder die Bereitschaftspolizei, allerdings ohne dass aus den uns vorliegenden offiziellen Quellen eine feste, verbindliche Mindestdauer hervorgeht wie in Bayern. Wenn dir die genaue Regelung deines Bundeslandes wichtig ist, frag am besten direkt bei der Einstellungsberatung der jeweiligen Landespolizei nach.
Bereitschaftspolizei und Einzeldienst in Bayern (polizei.bayern.de) →
Wie funktioniert der Aufstieg zwischen den Laufbahnen?
Ein späterer Wechsel in eine höhere Laufbahn ist auch nach dem Einstieg möglich, meist über ein behördeninternes Auswahlverfahren mit anschließendem Studium.
- Bundespolizei: Vom mittleren in den gehobenen Dienst über Auswahlverfahren, anschließend gemeinsames Hauptstudium mit Direkteinsteigern in Lübeck
- Niedersachsen: Direkteinstieg in den höheren Dienst auch ohne klassischen Aufstiegsweg, etwa für Volljuristinnen und Volljuristen
- Die genauen Fristen und Voraussetzungen variieren je nach Bundesland und werden in Beförderungsrichtlinien regelmäßig neu festgelegt
Häufige Fragen zu den Polizei-Laufbahnen
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