Welche Besoldungsgruppe gilt für welche Schulform? Was verdienen Referendare? Wie viel mehr bringen Ehe und Kinder – und was bleibt am Ende netto übrig? Alle Zahlen aus der amtlichen Besoldungstabelle des Landesamts für Finanzen (LFF), gültig ab 1. Oktober 2026.
Wie funktioniert die Besoldung für Lehrer in Bayern?
Verbeamtete Lehrkräfte erhalten eine gesetzlich geregelte Besoldung nach dem Bayerischen Besoldungsgesetz (BayBesG). Sie setzt sich zusammen aus Grundgehalt (nach Gruppe und Erfahrungsstufe), Strukturzulage (für Gymnasium und Berufsschule), Orts- und Familienzuschlag (abhängig von Ortsklasse, Ehe und Kindern) sowie einer jährlichen Sonderzahlung im Dezember.
Besonderheit Bayern – Stufenplan A12 zu A13: Grund- und Mittelschullehrkräfte werden schrittweise von A12 auf A13 angehoben. Der Stufenplan läuft von Januar 2024 bis September 2028 (jeweils +80 € pro Jahr). Alle anderen Lehrämter (Realschule, Gymnasium, Sonderpädagogik, Berufsschule) starten bereits jetzt in A13.
Welche Besoldungsgruppe gilt für welche Lehrkraft?
Lehrkräfte mit Befähigung für das Lehramt an Grundschulen oder das Lehramt an Mittelschulen. Einstieg in Stufe 4. Jährlich +80 € Zulage (seit Januar 2024) bis zur vollständigen Überführung in A13 zum 1. September 2028. Bayern ist damit eines der letzten Flächenländer ohne A13 für alle Lehrämter.
Lehrkräfte mit Befähigung für das Lehramt an Realschulen oder das Lehramt für Sonderpädagogik (Förderschulen). Einstieg in Stufe 3. Keine Strukturzulage.
Studienräte und Studienrätinnen mit Befähigung für das Lehramt an Gymnasien oder an Berufsschulen. Einstieg in Stufe 3 mit Strukturzulage nach Art. 33 Satz 1 BayBesG: 115,00 € pro Monat. Diese Zulage ist ruhegehaltsfähig, zählt also später für die Pension mit.
A14 und höher werden nicht automatisch durch Zeitablauf erreicht, sondern ausschließlich durch Besetzung einer Funktionsstelle:
A14 (Oberstudienrat): stellvertretende Schulleitung, Seminarleitung, Koordination Oberstufe
A15 (Studiendirektor): Schulleitung, Seminarleitung
A16 (Oberstudiendirektor): Schulleitung größerer Gymnasien oder Berufsschulen
Ohne Bewerbung auf und Übertragung einer solchen Stelle bleibt man dauerhaft in A13.
Stufenplan A12 zu A13: Wo steht Bayern gerade?
Für Grund- und Mittelschullehrkräfte in A12 wird jährlich eine Zulage von +80 € pro Monat gewährt, bis 2028 die vollständige Überführung in A13 erfolgt:
Grün = bereits erreicht · Blau = aktueller Stand. Ab September 2028 erhalten auch neu eingestellte Grund- und Mittelschullehrkräfte direkt A13 als Eingangsamt.
Grundgehalt nach Besoldungsgruppe und Stufe
Direkt aus der amtlichen Besoldungstabelle des LFF Bayern, gültig ab 1. Oktober 2026. Die Zeilen zeigen die Besoldungsgruppe, die Spalten die Erfahrungsstufe – genauso aufgebaut wie die offizielle Anlage 3. Bayern startet in A12 bei Stufe 4, in A13 bei Stufe 3. Stufenrhythmus: Stufen 2 bis 5 je zwei Jahre, Stufen 6 bis 8 je drei Jahre, Stufen 9 bis 11 je vier Jahre.
| Besoldungsgruppe | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 | Stufe 7 | Stufe 8 | Stufe 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A 12 Grund- & Mittelschule | 4.654,97 € | 4.853,32 € | 5.054,05 € Einstieg | 5.188,92 € | 5.323,77 € | 5.458,65 € | 5.593,52 € | 5.728,39 € Endstufe |
| A 13 Realschule & Sonderpädagogik | 5.395,56 € | 5.613,99 € Einstieg | 5.759,62 € | 5.905,25 € | 6.050,92 € | 6.196,54 € | 6.342,19 € Endstufe | – |
| A 13 + Z Gymnasium & Berufsschule | 5.510,56 € | 5.728,99 € Einstieg | 5.874,62 € | 6.020,25 € | 6.165,92 € | 6.311,54 € | 6.457,19 € Endstufe | – |
| A 14 Oberstudienrat | 5.771,02 € | 6.054,27 € | 6.243,16 € | 6.432,02 € | 6.620,86 € | 6.809,73 € | 6.998,59 € Endstufe | – |
| A 15 Studiendirektor | 6.627,72 € | 6.876,92 € | 7.126,05 € | 7.375,24 € | 7.624,41 € | 7.873,54 € Endstufe | – | – |
Quelle: LFF Bayern, Anlage 3 – Grundgehaltssätze Besoldungsordnung A, gültig ab 01.10.2026. Werte für „A 13 + Strukturzulage“ = Grundgehalt A 13 zuzüglich 115,00 € nach Art. 33 Satz 1 BayBesG.
Strukturzulage Gymnasium und Berufsschule: 115,00 € pro Monat (Art. 33 Satz 1 BayBesG) für die Besoldungsgruppen A 9 bis A 13 – ruhegehaltsfähig.
Jährliche Sonderzahlung im Dezember: Ab A12 = 65 % von einem Zwölftel der Jahresbezüge zuzüglich 84,29 % des Familienzuschlags. Bis A11 = 70 %.
Von brutto zu netto: Was bleibt tatsächlich übrig?
Alle Werte in den Tabellen sind Bruttobeträge. Der entscheidende Unterschied zu Angestellten: Bei Beamten fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an – also keine Renten-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung über den Arbeitgeber. Das bedeutet aber nicht, dass nichts abgezogen wird.
Was vom Brutto abgeht
| Position | Gilt für Beamte? | Anmerkung |
|---|---|---|
| Lohnsteuer | Ja | Nach Steuerklasse, wie bei Angestellten |
| Solidaritätszuschlag | Teilweise | Nur oberhalb der Freigrenze |
| Kirchensteuer | Ja | Sofern kirchensteuerpflichtig, in Bayern 8 % |
| Rentenversicherung | Nein | Anspruch auf Pension statt gesetzlicher Rente |
| Arbeitslosenversicherung | Nein | Beamtenverhältnis auf Lebenszeit |
| Krankenversicherung | Ja, privat | PKV-Beitrag wird selbst gezahlt, Beihilfe deckt den größeren Teil |
| Pflegeversicherung | Ja, privat | Private Pflegepflichtversicherung |
Der entscheidende Posten ist die PKV. Weil der Dienstherr über die Beihilfe in der Regel 50 bis 70 % der Krankheitskosten übernimmt, brauchst du nur eine ergänzende private Krankenversicherung für den Restbetrag. Der Beitrag liegt deshalb meist deutlich unter dem einer gesetzlichen Vollversicherung – hängt aber stark von Alter, Gesundheitszustand und Tarifwahl ab.
Netto ausrechnen statt schätzen: Mit unserem Gehaltsrechner gibst du Besoldungsgruppe, Stufe, Steuerklasse, Ortsklasse und Familienstand ein und siehst direkt, was monatlich auf dem Konto landet.
Zum Gehaltsrechner für Beamte →Stufenaufstieg: Wie lange bis zur nächsten Stufe?
Stufen 2 bis 5
Je 2 Jahre Verweildauer
Stufen 6 bis 8
Je 3 Jahre Verweildauer
Stufen 9 bis 11
Je 4 Jahre Verweildauer
Einstieg A12
Start in Stufe 4 – mit Vordienstzeit ggf. höher
Einstieg A13
Start in Stufe 3 – mit Vordienstzeit ggf. höher
Vordienstzeit
Öffentlicher Dienst oder Kindererziehung können zu höherer Einstiegsstufe führen
Teilzeit: Wie wirkt sich eine Reduzierung aus?
Teilzeit ist im Lehrberuf sehr verbreitet – und sie wirkt sich linear auf die Besoldung aus. Wer die Hälfte der Regelstundenzahl unterrichtet, erhält die Hälfte des Grundgehalts, der Strukturzulage und des Familienzuschlags.
| Umfang | A 13, Stufe 3 Grundgehalt brutto | Mit Strukturzulage (Gym./BS) |
|---|---|---|
| Vollzeit (100 %) | 5.613,99 € | 5.728,99 € |
| 75 % | 4.210,49 € | 4.296,74 € |
| 50 % | 2.806,99 € | 2.864,49 € |
| 25 % | 1.403,50 € | 1.432,25 € |
Der unterschätzte Langzeiteffekt: Teilzeit senkt nicht nur das aktuelle Gehalt, sondern auch die spätere Pension. Da der Ruhegehaltssatz auf Basis der tatsächlich geleisteten Dienstzeit berechnet wird, zählen Teilzeitjahre nur anteilig. Wer 15 Jahre halbtags arbeitet, verliert dadurch rechnerisch 7,5 Dienstjahre für die Pension.
Genau deshalb erreichen die wenigsten Lehrkräfte den Höchstruhegehaltssatz von 71,75 %. Eine ergänzende Altersvorsorge schließt diese Lücke.
Was verdiene ich im Referendariat?
Studienreferendarinnen und -referendare sind Beamte auf Widerruf. Die Anwärterbezüge richten sich nach dem Eingangsamt des angestrebten Lehramts – exakte Beträge aus der LFF-Tabelle, gültig ab 1. Oktober 2026:
| Angestrebtes Lehramt | Eingangsamt | Anwärtergrundbetrag monatlich |
|---|---|---|
| Grundschule & Mittelschule | A 12 | 1.763,44 € brutto |
| Realschule & Sonderpädagogik / Förderschule | A 13 | 1.795,21 € brutto |
| Gymnasium & Berufsschulen | A 13 + Strukturzulage | 1.830,08 € brutto |
Quelle: LFF Bayern, Anlage 10 – Anwärtergrundbetrag, gültig ab 01.10.2026.
Zusätzlich kommen hinzu: Familienzuschlag bei Ehe oder Kindern, Sonderzahlung im Dezember (70 % von einem Zwölftel der Jahresbezüge für Anwärter bis A11) und vermögenswirksame Leistungen. Das Referendariat dauert in Bayern zwei Jahre.
Der wichtigste Punkt für Referendare: Als Beamte auf Widerruf bist du zwar beihilfeberechtigt und kannst günstig in die private Krankenversicherung – aber du hast noch keinen Anspruch auf Versorgung bei Dienstunfähigkeit. Der entsteht erst mit der Verbeamtung auf Lebenszeit nach fünf Dienstjahren.
Wirst du in dieser Zeit dienstunfähig, stehst du ohne Absicherung da. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung schließt genau diese Lücke – und ist im jungen Alter am günstigsten.
So verändert sich dein Gehalt nach Familienstatus
In Bayern richtet sich der Familienzuschlag nach der Ortsklasse (I bis VII) des Wohnorts – nicht nach Mietstufen wie in NRW. Beispiel: A13, Stufe 3 (5.613,99 € Grundgehalt), Ortsklasse VII (München und weitere Hochpreisgemeinden), gültig ab 1. Oktober 2026:
| Status | Familienzuschlag monatlich Ortsklasse VII | Gesamt A13 Stufe 3 brutto |
|---|---|---|
| Ledig, keine Kinder | 0 € | 5.613,99 € |
| Verheiratet oder eingetragene Lebenspartnerschaft, keine Kinder | 170,26 € (Stufe L bzw. Stufe V) | 5.784,25 € |
| Verheiratet, 1 Kind | 170,26 € + 546,06 € = 716,32 € | 6.330,31 € |
| Verheiratet, 2 Kinder | 170,26 € + 546,06 € + 784,86 € = 1.501,18 € | 7.115,17 € |
| Verheiratet, 3 Kinder | 170,26 € + 546,06 € + 784,86 € + 574,59 € = 2.076,04 € | 7.690,03 € |
Quelle: LFF Bayern, Anlage 5 – Orts- und Familienzuschlag, gültig ab 01.10.2026.
Ortsklassen-Unterschied ist erheblich: In Ortsklasse I (ländlicher Raum) beträgt der ehebezogene Teil nur 87,51 € statt 170,26 €. Auch die Kinderbeträge unterscheiden sich: Stufe 1 liegt bei 506,90 € (OKl. I) gegenüber 546,06 € (OKl. VII), Stufe 2 bei 495,64 € gegenüber 784,86 €.
Kindergeld wird zusätzlich und unabhängig von der Besoldung ausgezahlt. Es ist kein Bestandteil des Familienzuschlags.
Welche Zulagen gibt es zusätzlich?
Neben Grundgehalt und Familienzuschlag können weitere Beträge hinzukommen – je nach Funktion und Mehrarbeit:
| Zulage | Betrag | Für wen |
|---|---|---|
| Strukturzulage (Art. 33 BayBesG) | 115,00 € monatlich | A 9 bis A 13, insbesondere Gymnasium und Berufsschule – ruhegehaltsfähig |
| Mehrarbeit Grund- und Mittelschule | 30,10 € pro Stunde (ab A 12) | Bei angeordneter Mehrarbeit über das Deputat hinaus |
| Mehrarbeit Realschule und Sonderschule | 35,65 € pro Stunde (ab A 13) | Bei angeordneter Mehrarbeit |
| Mehrarbeit Gymnasium und berufliche Schulen | 41,69 € pro Stunde (ab A 13) | Bei angeordneter Mehrarbeit |
| Lehrerfunktionszulage | 70,34 € oder 105,50 € monatlich | Seminarlehrkräfte, Fachbetreuung, Schulheimleitung und weitere Funktionen |
Quellen: LFF Bayern, Anlage 4 (Strukturzulage), Anlage 9 (Mehrarbeitsvergütung) und Anlage 2 BayZulV (Lehrerfunktionszulage), jeweils gültig ab 01.10.2026.
Woraus setzt sich die Besoldung zusammen?
| Bestandteil | Erläuterung |
|---|---|
| Grundgehalt | Nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe |
| Strukturzulage (Art. 33 BayBesG) | 115,00 € monatlich für A 9 bis A 13 – ruhegehaltsfähig |
| Ehebezogener Teil (Stufe L bzw. V) | Je nach Ortsklasse 87,51 € (OKl. I) bis 170,26 € (OKl. VII) |
| Kinderbezogener Teil Stufe 1 (erstes Kind) | 506,90 € (OKl. I) bis 546,06 € (OKl. VII) monatlich |
| Kinderbezogener Teil Stufe 2 (zweites Kind) | 495,64 € (OKl. I) bis 784,86 € (OKl. VII) monatlich |
| Drittes Kind | 593,37 € (OKl. I) bis 574,59 € (OKl. VII) monatlich |
| Jährliche Sonderzahlung im Dezember | 65 % von einem Zwölftel der Jahresbezüge (ab A12) zuzüglich 84,29 % des Familienzuschlags |
| Vermögenswirksame Leistungen | Fester monatlicher Betrag zur Vermögensbildung |
| Kindergeld | Kein Bestandteil der Besoldung – wird separat ausgezahlt |
Häufige Fragen zur Besoldung von Lehrern in Bayern
Wann bekommen Grundschullehrer in Bayern A13?
Vollständig ab dem 1. September 2028. Bis dahin läuft ein Stufenplan: Seit Januar 2024 erhalten Grund- und Mittelschullehrkräfte in A12 jährlich eine Zulage von zusätzlich 80 € pro Monat. Aktuell (2026) sind das 240 € monatlich zusätzlich zum A12-Grundgehalt.
Was verdient ein Referendar in Bayern?
Der Anwärtergrundbetrag beträgt ab 1. Oktober 2026 je nach angestrebtem Lehramt zwischen 1.763,44 € (Grund- und Mittelschule) und 1.830,08 € brutto monatlich (Gymnasium und Berufsschule). Hinzu kommen Familienzuschlag, Sonderzahlung im Dezember und vermögenswirksame Leistungen.
Wie viel verdient ein Gymnasiallehrer in Bayern beim Einstieg?
Gymnasiallehrkräfte starten in A13, Stufe 3. Das Grundgehalt beträgt 5.613,99 € zuzüglich Strukturzulage von 115,00 € – also 5.728,99 € brutto monatlich. Hinzu kommt je nach Familienstand und Ortsklasse der Familienzuschlag.
Wie hoch ist die Strukturzulage in Bayern?
115,00 € monatlich nach Art. 33 Satz 1 BayBesG. Sie gilt für die Besoldungsgruppen A 9 bis A 13 und betrifft im Schulbereich vor allem Lehrkräfte an Gymnasien und beruflichen Schulen. Die Zulage ist ruhegehaltsfähig und zählt später für die Pension mit.
Wie wirkt sich Teilzeit auf die Besoldung aus?
Die Besoldung wird linear gekürzt: Bei 50 % Teilzeit gibt es 50 % des Grundgehalts, der Strukturzulage und des Familienzuschlags. Wichtiger noch ist der Effekt auf die Pension – Teilzeitjahre zählen für den Ruhegehaltssatz nur anteilig.
Zahlen Beamte in Bayern Sozialversicherungsbeiträge?
Nein. Beamte zahlen weder in die gesetzliche Renten- noch in die Arbeitslosenversicherung ein. Dafür besteht ein Anspruch auf Pension. Kranken- und Pflegeversicherung werden privat abgeschlossen, wobei der Dienstherr über die Beihilfe einen großen Teil der Krankheitskosten übernimmt. Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer fallen normal an.
Offizielle Quellen und weiterführende Infos
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