Polizei NRW: Duales Studium, Auswahlverfahren, Bewerbung und Gehalt im Detail

Florian Heuer
Autor: Florian Heuer
21. Juni 2026 · 34 Min. Lesezeit
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Polizei NRW: Duales Studium, Auswahlverfahren, Bewerbung und Gehalt im Detail
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Polizei NRW: Duales Studium, Auswahlverfahren, Bewerbung und Gehalt im Detail

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland – und hat eine Besonderheit: Den mittleren Polizeidienst gibt es hier nicht mehr. Wer zur Polizei NRW will, führt immer über das dreijährige duale Bachelorstudium. Dieser Artikel erklärt Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Studienablauf, Gehalt und Bewerbungsfristen auf Basis der offiziellen Quellen von genau-mein-fall.de und karriere.polizei.nrw.

Regelmäßig aktualisiert ca. 12 Min. Lesezeit
Du liest: Laufbahnen im Überblick

Laufbahnen im Überblick

NRW hat als eines der ersten Bundesländer den mittleren Polizeidienst vollständig abgeschafft. Es gibt zwei Wege in den Polizeivollzugsdienst: das duale Studium (gehobener Dienst) und den höheren Dienst für Volljuristinnen und -juristen. Daneben existieren zivile und technische Laufbahnen außerhalb des Vollzugsdienstes.

Wie das in anderen Bundesländern geregelt ist – und wo der Einstieg einfacher oder schwieriger ist – zeigt der große Bundesländervergleich Polizei-Laufbahnen 2026.

Regelweg

Gehobener Dienst

Duales Bachelorstudium, 3 Jahre
  • Abitur / volle Fachhochschulreife oder BBHZVO
  • Abschluss: Polizeikommissar/-in (Bachelor of Arts)
  • Besoldung A9 bis A13
  • Einstellungstermin: 1. September
Quereinstieg

Höherer Dienst

2. juristische Staatsprüfung
  • Direkteinstieg als Führungskraft
  • Abschluss: Kriminal-/Polizeirat/-rätin
  • Besoldung A13 bis B
  • Bewerbung über karriere.polizei.nrw

Fachabitur Polizei „Next Level“: NRW bietet einen besonderen Weg an: Wer das Fachabitur mit Schwerpunkt Polizei absolviert, kann direkt ins duale Studium einsteigen – ohne erneutes Auswahlverfahren. Das spart Zeit und sichert den Studienplatz früh.

Einstellungsvoraussetzungen

Diese Voraussetzungen gelten für das duale Studium zum Polizeikommissar/-in. NRW ist offener als viele andere Bundesländer: Auch EU-Bürger/-innen können sich bewerben.

👆 Tippe auf eine Karte für mehr Details

Deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit
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Was geht / was nicht geht

Geht: Alle EU-Bürger/-innen können sich bewerben – das ist in NRW ausdrücklich möglich, anders als in manchen anderen Bundesländern.
Geht nicht: Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern ohne weitere besondere Qualifikation können nicht aufgenommen werden.

Höchstalter: noch nicht 37 Jahre am 1. September
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Was geht / was nicht geht

Geht: Am Einstellungstag (1. September) noch nicht 37 Jahre alt. Ausnahmen für Bundeswehr-/Zivildienstzeiten, Kinderbetreuung (bis zu 3 J. je Kind, max. 6 J.) oder freiwillige soziale Dienste.
Geht nicht: Wer ohne Ausnahmegrund am 1.9. bereits 37 ist, kann nicht eingestellt werden.

Abitur, volle Fachhochschulreife oder BBHZVO
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Was geht / was nicht geht

Geht: Abitur, volle Fachhochschulreife (schulisch + praktisch), oder über BBHZVO mit Berufsausbildung + mind. 3 J. Berufserfahrung (§ 2–4). Bei § 4 ist eine Zugangsprüfung an der HSPV NRW Pflicht.
Geht nicht: Nur schulischer Teil der Fachhochschulreife (ohne praktischen Teil) reicht nicht.

6 Jahre Englisch oder B1-Zertifikat
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Was geht / was nicht geht

Geht: Nachweis von 6 Jahren Englischunterricht ab Sekundarstufe 1 (Schulzeugnis) oder alternativ ein Sprachzertifikat auf Niveau B1 des Europäischen Referenzrahmens.
Geht nicht: Ohne einen dieser Nachweise ist eine Einstellung nicht möglich – das ist eine NRW-Besonderheit, die andere Länder so nicht kennen.

Sportabzeichen Bronze (max. 24 Monate alt)
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Was geht / was nicht geht

Geht: Deutsches Sportabzeichen Bronze, im Ausdauerbereich Pflicht: 3.000-m- oder 10.000-m-Lauf (Erwachsene). Muss als Urkunde eingereicht werden, spätestens bis 1. April (2026: 1. Juli).
Geht nicht: Andere Ausdauerdisziplinen (Schwimmen, Radfahren) werden im Ausdauerbereich nicht akzeptiert.

Rettungsschwimmabzeichen Bronze oder Schwimmabzeichen Gold
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Was geht / was nicht geht

Geht: Deutsches Rettungsschwimmabzeichen in Bronze (DLRG/Wasserrettung) oder Deutsches Schwimmabzeichen in Gold – beides max. 24 Monate alt, bis 1. April (2026: 1. Juli) einzureichen.
Geht nicht: Das einfache Schwimmabzeichen Bronze reicht nicht – NRW verlangt höhere Anforderungen als Bayern.

Führerschein Klasse B (Schaltgetriebe)
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Was geht / was nicht geht

Geht: Klasse B für Fahrzeuge mit Schaltgetriebe, auch begleitetes Fahren ab 17 (B196) oder Schlüsselzahl B197. Frist: 1. April des Einstellungsjahres (2026: 1. Juli).
Geht nicht: Nur Automatik-Führerschein (ohne B197) ist nicht ausreichend. Die Beantragung dauert erfahrungsgemäß mehrere Monate.

Mindestgröße 163 cm, BMI 18–27,5
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Was geht / was nicht geht

Geht: Bei unter 163 cm gibt es einen Mindestgrößentest (kein automatischer Ausschluss). BMI 18–27,5 bei polizeiärztlicher Untersuchung. Sehschärfe: mind. 50 % unter 20 Jahren, mind. 30 % ab 20 Jahren je Auge.
Geht nicht: Wer den Mindestgrößentest nicht besteht, scheidet aus.

Frühzeitig kümmern: Sportabzeichen, Schwimmnachweis und Führerschein müssen alle bis zum 1. April (Einstellungsjahr 2026 Ausnahme: 1. Juli) vorliegen. Eine Fristverlängerung ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Der Führerschein allein kann erfahrungsgemäß mehrere Monate in Anspruch nehmen.

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Selbstcheck: Erfüllst du die Grundvoraussetzungen?

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Das Auswahlverfahren

Die Polizei NRW hat kein klassisches Einstellungstest-Format, sondern ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Bei jedem Schritt gibt es Mindestanforderungen. Wer sie nicht erfüllt, scheidet aus und kann sich frühestens im Folgejahr erneut bewerben.

Deine Online-Bewerbung, Basisformulare und persönlichen Unterlagen werden auf Vollständigkeit geprüft. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wirst du zum ersten Auswahltag eingeladen – noch ohne ärztliche Beurteilung.
Der computergestützte Test findet beim LAFP NRW in Münster statt. Geprüft werden analytische Fähigkeiten, Lernfähigkeit, Gedächtnisleistung und schriftliche Kommunikationsfähigkeit. Aufgabentypen: Wortanalogien, Figurensequenzen, Zahlensymbole, Syllogismen, Flussdiagramme, Rechtschreibung/Zeichensetzung und Merkfähigkeit. Mindestwert: Rangordnungswert (ROW) ≥ 85. Das Ergebnis erhältst du noch am selben Tag.
Nach dem bestandenen PC-Test prüft der polizeiärztliche Dienst deine eingereichten Zusatzformulare. Diese musst du bereits vor dem ersten Auswahltag herunterladen (Jobportal) und per Post an das LAFP NRW, Dezernat 53, Weseler Straße 264, 48151 Münster schicken. Bei Sehproblemen: optionaler augenärztlicher Befundbericht empfohlen.
Das AC findet in einer der Einstellungs- und Ausbildungsbehörden (E.- und A.-Behörden) in deiner Nähe statt. Es besteht aus vier Elementen: Erstes Rollenspiel (ca. 5 Min., polizeiliches Konfliktgespräch), Vortrag (15 Min. Vorbereitung, ca. 5 Min. Vortrag zu Alltagsthema + 2 Fragen), Zweites Rollenspiel (Bürosituation mit schriftlichen Aufgaben und Telefonanrufen), Interview (schulische/berufliche Entwicklung, Berufsmotivation). Mindestwert: ROW ≥ 85.
Die medizinische Untersuchung findet ebenfalls beim LAFP NRW in Münster statt. Geprüft werden Hör- und Sehvermögen, körperliche Belastbarkeit (Belastungs-EKG auf dem Ergometer), Körpergröße und BMI sowie Gesamtgesundheit. Am gleichen Tag findet auch das Formalgespräch statt, in dem offene Fragen geklärt und Unterlagen besprochen werden.
Alle Unterlagen werden ein letztes Mal auf Vollständigkeit geprüft. In Abhängigkeit von deinem Rangordnungswert und den verfügbaren Studienplätzen erhältst du eine Einstellungszusage. Je höher dein ROW, desto besser deine Einstellungschancen und desto freier deine Wahl des Studienstandorts.

ROW-Übertragung: Hast du PC-Test und AC erfolgreich absolviert, kann dein Gesamt-ROW für das direkt folgende Einstellungsjahr übernommen werden – du musst dann weder PC-Test noch AC erneut ablegen. Die polizeiärztliche Untersuchung muss jedoch immer neu absolviert werden. Die Übernahme gilt nur einmal, für das unmittelbar folgende Jahr.

Das duale Studium

Das duale Bachelorstudium an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW (HSPV NRW) dauert drei Jahre. Es kombiniert Theoriephasen an der Hochschule, Praxisphasen in einer Kreispolizeibehörde und Training in einem der drei landesweiten Trainingsstandorte.

Polizei­vollzugs­dienst

Regelstudiengang
  • Abschluss: Bachelor of Arts
  • Titel: Polizeikommissar/-in
  • Schutzpolizei als Schwerpunkt

Schwerpunkt Ermittlungen

Kriminalpolizei-Weg
  • Gleicher Grundstudiengang
  • Vertiefung: kriminalpolizeiliche Ermittlungen
  • Bewerbung im laufenden Studium
Einführung in die polizeiliche Praxis. Du wirst deiner Ausbildungsbehörde zugewiesen und lernst Grundlagen in Streifendienst, Einsatztaktik und Kommunikation. Erste Einsätze unter Begleitung erfahrener Beamtinnen und Beamter.
Theoriephasen an der HSPV NRW. Inhalte: Staats- und Verfassungsrecht, Strafrecht, Strafprozessrecht, Polizeirecht NRW, Kriminologie, Führungs- und Einsatzlehre, Psychologie und Englisch. Dazu kommt Training an einem der drei Standorte (Selm, Brühl, Schloß Holte-Stukenbrock): Selbstverteidigung, Schießausbildung, Fahrsicherheitstraining.
Vertieftes Praktikum in der Ausbildungsbehörde. Du absolvierst Einsätze eigenständig im Wach- und Wechseldienst und wirst zunehmend in komplexere Lagen eingebunden. Auch Kriminalpolizei-Praktikumsanteile sind möglich.
Vertiefung der juristischen und kriminalistischen Fächer. Prüfungsleistungen, die in die Abschlussnote einfließen. Erste Entscheidung über eine mögliche Spezialisierung auf den Schwerpunkt Ermittlungen (Kriminalpolizei).
Abschließende Theoriemodule und Bachelorarbeit. Nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen verleiht die HSPV NRW den akademischen Grad „Bachelor of Arts“ und du wirst zur Polizeikommissarin oder zum Polizeikommissar ernannt.

Studienstandorte in ganz NRW

Es gibt 10 Einstellungs- und Ausbildungsbehörden (E.- und A.-Behörden), die über ganz NRW verteilt sind. Das Studium findet an der HSPV NRW mit Standorten in:

Aachen Gelsenkirchen / Herne Münster Bielefeld Dortmund Duisburg / Mülheim Hagen Köln

Das Training findet an drei Standorten statt: Selm, Brühl und Schloß Holte-Stukenbrock. Deine Zuweisung hängt vom Wohnort und den Kapazitäten ab.

Schwerpunkt Ermittlungen (Kriminalpolizei)

Der Schwerpunkt Ermittlungen ist keine separate Bewerbung, sondern eine Vertiefung innerhalb desselben Bachelorstudiums. Alle Studierenden beginnen im gleichen Studiengang – erst im Verlauf des Studiums entscheidest du dich für diesen Weg.

Was du mitbringen solltest: Analytisches Denkvermögen, Interesse an Rechtsanwendung und Ermittlungsarbeit, Belastbarkeit im Umgang mit belastenden Inhalten sowie gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit. Die Spezialisierung stärkt Kompetenzen in der Strafverfolgung, Zeugenbefragung, digitalen Ermittlung und Rechtspraxis.

Mehr Infos: Das offizielle Infoportal zum Schwerpunkt Ermittlungen findest du unter team110.nrw/kripo.

Nach dem Studium: Erste Einsatzjahre

Nach dem Abschluss startest du in einer Kreispolizeibehörde. Du kannst Wunschstandorte angeben – die Zuweisung erfolgt aber nach dienstlichen Notwendigkeiten unter Berücksichtigung sozialer Kriterien (Familienstand, Kinder).

Grundsätzlich wirst du zunächst mehrere Jahre in einer Polizeiinspektion im Wach- und Wechseldienst eingesetzt – im Früh-, Spät- und Nachtdienst. Das ist der Regeleinstieg für alle Absolventinnen und Absolventen, unabhängig vom Studienschwerpunkt.
Wenn du in einer der 14 Kreispolizeibehörden mit Bereitschaftspolizei eingesetzt bist (u. a. Köln, Düsseldorf, Dortmund, Münster, Essen, Bochum, Duisburg, Wuppertal), kannst du nach einem Jahr im Wach- und Wechseldienst für bis zu 2 Jahre in eine Bereit­schafts­polizei­hundertschaft wechseln.
Hast du deinen Wunschstandort nicht direkt nach dem Studium erhalten, kannst du dich am landesweiten Versetzungsverfahren beteiligen. Mit wachsender Erfahrung und guten Leistungen öffnen sich Wege in Spezialdienststellen (Kriminalpolizei, Verkehrspolizei, Spezialeinheiten) oder in Führungsfunktionen.

Der höhere Dienst

Ein direkter Quereinstieg in den höheren Dienst ist in NRW für Volljuristinnen und Volljuristen mit zweitem Staatsexamen möglich. Das ist die einzige Ausnahme vom Regelweg über das Studium.

Voraussetzung: Zweite juristische Staatsprüfung. Du startest direkt als Führungskraft in der Besoldungsgruppe A13. Weitere Infos und Bewerbungsmöglichkeiten auf der offiziellen Karriereseite unter karriere.polizei.nrw.

Heilfürsorge: Krankenversicherung für Polizeibeamte in NRW

Als Polizeibeamtin oder -beamter in NRW bist du nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und brauchst in der Regel auch keine private Krankenversicherung (PKV) – du hast stattdessen die Heilfürsorge. Das ist eine besondere Versorgungsform des Landes, die medizinische Kosten direkt übernimmt. Welche Versicherungen du als Polizeianwärter wirklich brauchst, erklärt der vollständige Ratgeber.

✓ Was die Heilfürsorge abdeckt
  • Ambulante Arztbehandlungen
  • Stationäre Krankenhausaufenthalte
  • Verschriebene Medikamente
  • Zahnärztliche Grundversorgung
  • Physiotherapie (bei Verschreibung)
  • Krankengymnastik und Heilmittel
⚠ Lücken der Heilfürsorge
  • Zahnersatz (Implantate, Kronen)
  • Sehhilfen (Brille, Kontaktlinsen)
  • Chefarztbehandlung im Krankenhaus
  • Einbettzimmer / Wahlleistungen
  • Kieferorthopädie (Erwachsene)
  • Familienmitglieder sind NICHT mitversichert

Wichtig: Familie ist nicht mitversichert. Im Gegensatz zur GKV-Familienversicherung deckt die Heilfürsorge nur dich selbst ab – nicht deinen Partner und nicht deine Kinder. Ehepartner und Kinder brauchen eine eigene GKV- oder PKV-Mitgliedschaft. Das ist ein häufig unterschätzter Kostenfaktor, besonders bei Familiengründung während des Studiums.

Eine Restkostenversicherung (auch: Heilfürsorge-Ergänzungsversicherung) schließt die Lücken der Heilfürsorge. Sie ist deutlich günstiger als eine vollständige PKV und deckt Zahnersatz, Sehhilfen und Krankenhauswahlleistungen ab. Für die meisten Polizeianwärter lohnt sich der Abschluss direkt zu Studienbeginn – die Beiträge sind im jungen Alter am günstigsten.
Wer im Studium oder in der Probezeit dienstunfähig wird, hat oft nur einen minimalen Versorgungsanspruch – oder gar keinen. Erst nach 5 Jahren Dienstzeit besteht ein Ruhegehaltsanspruch. Eine DU-Versicherung sichert das Einkommen ab, falls du durch körperliche oder psychische Erkrankung dauerhaft aus dem Dienst ausscheiden musst. Für Polizeibeamte ist das Risiko durch Schichtdienst, körperliche Belastung und Traumaexposition deutlich erhöht. Was genau bei Dienstunfähigkeit bei der Polizei zählt, erklärt der ausführliche Ratgeber.
Mit einer PKV-Anwartschaft sicherst du dir dein aktuelles Einstiegsalter für die PKV-Beitragskalkulation, ohne sofort vollständig in die PKV zu wechseln. Das ist relevant, falls du später heiraten möchtest und deinen Partner in eine günstige PKV aufnehmen willst. Die Prämien werden auf Basis deines Alters bei Vertragsschluss berechnet – je früher, desto günstiger.
Was brauchst du wirklich als Polizist/-in in NRW? Heilfürsorge, Restkostenversicherung, DU-Schutz und PKV-Anwartschaft – kostenlose Beratung für Polizeianwärter.
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Gehalt und Besoldung

Ab dem ersten Studientag erhältst du einen Anwärtergrundbetrag. Nach Abschluss und Ernennung steigt das Gehalt mit jeder Beförderung. Alle Werte gelten ab Februar 2025. Für andere Bundesländer – z.B. die Besoldungstabelle Niedersachsen – gibt es eigene Übersichten.

Zum Vergleich: Gehalt Polizei Bayern · Gehalt Polizei Baden-Württemberg

Während des Studiums

Polizei­kommissar­anwärter/⁠inca. 1.555,68 € brutto / Monat (ab 02/2025)

Zusätzlich können Familienzuschlag und vermögenswirksame Leistungen hinzukommen.

Karriereleiter nach dem Studium

👆 Tippe auf einen Dienstgrad für Aufgaben & Einordnung

Kommissar-Laufbahn Rat-Laufbahn Direktor-Laufbahn Präsident-Ebene
Einstiegsamt direkt nach dem Studium. Eigenständiger Wach- und Wechseldienst, Einsatzführung und erste Sachbearbeitung. Grundgehalt ab Stufe 1 ca. 3.000 € brutto (ca. 2.100–2.650 € netto je nach Steuerklasse). Dazu kommt die Strukturzulage von 114,06 €/Monat (ab 02/2025).
Erfahrene Sachbearbeitung, eigenständige Einsatzführung und Übernahme von Mentoringaufgaben. Grundgehalt ca. 3.300 € brutto / ca. 2.500 € netto (Stufe 1).
Gehobene Sachbearbeitung oder Dienstgruppenleitung. Häufig spezialisierte Verwendung in Fachkommissariaten, Ermittlungsgruppen oder mit Führungsverantwortung für eine Schicht.
Höhere Funktionsstelle innerhalb der gleichen Amtsbezeichnung, z. B. Dienstgruppenleitung mit erweiterter Verantwortung oder Leitung eines Fachkommissariats.
Höchste Stufe im gehobenen Dienst. Leitungsfunktion auf Inspektions- oder Sachbereichsebene, stellvertretende Behördenleitung kleinerer Dienststellen.
Einstieg in den höheren Dienst, erreichbar über Aufstieg aus dem gehobenen Dienst oder Direkteinstieg als Volljurist/-in. Leitung einer größeren Abteilung oder Inspektion.
Leitung bedeutender Fachabteilungen oder größerer Inspektionen mit gewachsener Personalverantwortung.
Leitung einer größeren Behördeneinheit oder stellvertretende Behördenleitung. Umfassende Personal- und Einsatzverantwortung.
Stellvertretende Leitung eines Polizeipräsidiums oder Leitung bedeutender übergeordneter Dienststellen.
Stellvertretende Leitung eines Polizeipräsidiums mit Gesamtverantwortung für mehrere große Fachbereiche.
Höchstes Amt in der Laufbahn, Behördenleitung eines Polizeipräsidiums mit Gesamtverantwortung für Personal, Einsatz und Strategie. NRW hat 47 Kreispolizeibehörden.

Weitere Gehaltsbestandteile

Für den gehobenen Dienst in NRW beträgt die Strukturzulage 114,06 €/Monat (ab 02/2025, Art. 33 BayBesG-Äquivalent in NRW). Sie ist ruhegehaltsfähig und gilt automatisch für alle Polizeibeamten im gehobenen Dienst.
Eine monatliche Zulage für Polizeivollzugsbeamte, die nach einer Dienstzeit von einem Jahr gewährt wird. Die genaue Höhe richtet sich nach der aktuellen NRW-Besoldungsverordnung und wird dynamisiert angepasst.
Wer nachts (20–6 Uhr), sonntags, an Feiertagen oder samstagnachmittags Dienst leistet, erhält eine stundenweise Zulage. Im Schichtdienst summiert sich das laut GdP NRW auf durchschnittlich 300–400 € brutto mehr pro Monat.
Das Land NRW zahlt monatliche vermögenswirksame Leistungen, die in einen Bauspar- oder Investmentvertrag fließen können. Kombinierbar mit Arbeitnehmersparzulage vom Finanzamt.
Wird mit den Novemberbezügen ausgezahlt (NRW-Regelung). Die Höhe richtet sich nach der Besoldungsgruppe und entspricht in unteren Gruppen in etwa einem Monatsgrundgehalt.
Eine jährliche Pauschale zur Pflege und Ergänzung der persönlichen Ausrüstung. Die Uniform selbst wird gestellt.
NRW fördert aktiv Spitzensportler/-innen: Wer einem Olympiakader (OK, PK, EK) oder Nachwuchskader (NK 1/2) angehört, kann Training und Wettkampf mit der Ausbildung kombinieren. Bewerbung über das reguläre Bewerberportal mit entsprechender Angabe.

Gehaltsbeispiel: Was bleibt dir am Ende des Monats?

Alle Werte ab 02/2025, Grundgehalt A9 Stufe 1. Wähle deinen Familienstand:

Ledig (SK 1)  →  ~2.832 € netto
Grundgehalt A9, Stufe 12.978 €
+ Strukturzulage+114 €
+ Ø Schicht-/Nachtzulage+350 €
− Lohnsteuer (SK 1, ca.)−610 €
− Heilfürsorge-Beitrag−0 €
≈ Netto monatlich~2.832 €
Verheiratet, keine Kinder (SK 3)  →  ~3.209 € netto
Grundgehalt A9, Stufe 12.978 €
+ Strukturzulage+114 €
+ Familienzuschlag (verheiratet)+157 €
+ Ø Schicht-/Nachtzulage+350 €
− Lohnsteuer (SK 3, ca.)−390 €
− Heilfürsorge-Beitrag−0 €
≈ Netto monatlich~3.209 €
Verheiratet, 1 Kind (SK 3)  →  ~3.500 € netto
Grundgehalt A9, Stufe 12.978 €
+ Strukturzulage+114 €
+ Familienzuschlag (verheiratet + 1 Kind)+368 €
+ Ø Schicht-/Nachtzulage+350 €
− Lohnsteuer (SK 3, ca.)−310 €
− Heilfürsorge-Beitrag−0 €
≈ Netto monatlich~3.500 €

Richtwerte ab 02/2025, GdP NRW. Schichtzulage Ø 350 €/Monat. Lohnsteuer vereinfacht, ohne Kirchensteuer. Heilfürsorge ersetzt PKV/GKV. Exaktes Netto: Gehaltsrechner.

So nutzt du den Gehaltsrechner

Der Gehaltsrechner von EinfachVerbeamtet berechnet dein Brutto- und Nettogehalt für alle Besoldungsgruppen in NRW – kostenlos und ohne Anmeldung.

1 Bundesland auswählen: Wähle Nordrhein-Westfalen aus, damit die aktuelle NRW-Besoldungstabelle (ab 02/2025) verwendet wird.
2 Besoldungsgruppe eingeben: Im Studium: Wähle AW (Anwärtergrundbetrag), ca. 1.555,68 € brutto.
Nach dem Studium: A9 (Polizeikommissar/-in) bis A13 (Erster Polizeihauptkommissar/-in) für den gehobenen Dienst, A13–B für den höheren Dienst.
3 Familienstand und Kinder angeben: Für korrekte Berechnung von Familienzuschlag und Kinderzulagen.
4 Ergebnis ansehen: Sofort Brutto und Netto, plus Pension, Versorgungslücke und DU-Pension als Zusatzberechnung.
Was würdest du als Polizeikommissar/-in in NRW verdienen? Berechne dein voraussichtliches Netto nach Besoldungsgruppe, Stufe und Familienstand.
Zum Gehaltsrechner →
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Bewerbung und Fristen

Fristen auf einen Blick

⚠ Einstellung September 2026 – Sonderregelung
Sportabzeichen Bronze
1. Juli 2026
Max. 24 Monate alt, als Urkunde
Rettungsschwimmabzeichen
1. Juli 2026
Bronze (DLRG) oder Schwimmabzeichen Gold
Führerschein Klasse B
1. Juli 2026
Schaltgetriebe, B196 oder B197
Einstellungstermin
1. September 2026
Höchstalter: noch nicht 37 Jahre
Einstellung ab September 2027
Sportabzeichen Bronze
1. April
Max. 24 Monate alt, als Urkunde
Rettungsschwimmabzeichen
1. April
Bronze (DLRG) oder Schwimmabzeichen Gold
Führerschein Klasse B
1. April
Schaltgetriebe, B196 oder B197
Einstellungstermin
1. September
Höchstalter: noch nicht 37 Jahre
📅Bewerbung ganzjährig möglich – kein fixer Bewerbungsschluss
📅Einstellungstermin: 1. September eines jeden Jahres
📅Sportabzeichen: bis 1. April (2026: bis 1. Juli) einreichen
📅Schwimmnachweis: bis 1. April (2026: bis 1. Juli) einreichen
📅Führerschein Klasse B: bis 1. April (2026: bis 1. Juli) nachweisen
📅Nur eine Bewerbung pro Einstellungsjahr und Laufbahn möglich

Häufige Fragen zur Polizei NRW

Nein. NRW hat den mittleren Polizeidienst abgeschafft. Der einzige Einstieg in den Polizeivollzugsdienst erfolgt über das dreijährige duale Bachelorstudium an der HSPV NRW mit dem Abschluss Polizeikommissar/-in (A9).
Ja, über die BBHZVO-Regelung. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender mindestens dreijähriger Berufserfahrung nachweist, kann ebenfalls zugelassen werden. In bestimmten Fällen (§ 4 BBHZVO) ist zuvor eine Zugangsprüfung an der HSPV NRW abzulegen.
Der computergestützte Test ist der erste Auswahltag und findet beim LAFP NRW in Münster statt. Er dauert ca. zwei Stunden und prüft analytische Fähigkeiten, Lernfähigkeit, Gedächtnisleistung und schriftliche Kommunikationsfähigkeit. Ein Rangordnungswert (ROW) von mindestens 85 ist erforderlich.
Der Rangordnungswert (ROW) drückt dein Abschneiden im PC-Test und Assessment Center aus. Er muss bei beiden Abschnitten mindestens 85 betragen. Ein einmal erreichter Gesamt-ROW kann für das direkt folgende Einstellungsjahr übernommen werden – du musst dann weder PC-Test noch AC erneut ablegen. Die polizeiärztliche Untersuchung muss jedoch immer neu absolviert werden.
Das Deutsche Sportabzeichen in Bronze muss bis zum 1. April des Einstellungsjahres eingereicht werden (2026: bis 1. Juli) und darf zu diesem Zeitpunkt nicht älter als 24 Monate sein. Im Ausdauerbereich ist ein 3.000-m- oder 10.000-m-Lauf Pflicht (Erwachsene). Nachweis per Urkunde, nicht nur Prüfkarte.
Nach dem Studium startet man in der Besoldungsgruppe A9 mit ca. 3.000 € brutto / 2.100–2.650 € netto monatlich (Stufe 1, je nach Steuerklasse). Hinzu kommen Strukturzulage (114,06 €/Monat) sowie Zulagen für Nacht- und Wochenenddienste von im Schnitt 300–400 € brutto mehr pro Monat.
Bewerbungen laufen ganzjährig über das offizielle Jobportal unter jobs.polizei.nrw. Der Einstellungstermin ist regulär der 1. September. Sportabzeichen, Schwimmnachweis und Führerschein müssen bis zum 1. April des Einstellungsjahres vorliegen (2026: Ausnahme 1. Juli).

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